Sportlerehrung: Nächtliche Nachricht für den Trainer
Vielleicht hat ihn die Nachricht aus dem Schlaf gerissen, vielleicht hat er sie ja auch erst nach dem Aufwachen gelesen – gefreut hat sich Joachim Weihrich auf jeden Fall: Der Leichtathletik-Trainer von der SG Gaselan Fürstenwalde besucht gerade seinen Sohn in der Nähe von Melbourne und fehlte deshalb, als sein Schützling Libby Buder am Freitag zur populärsten Nachwuchssportlerin des vergangenen Jahres gekürt wurde. „Ich werde ihm nachher natürlich gleich schreiben“, sagte die Bad Saarowerin. Der Zeitunterschied zum Südostens Australiens beträgt zehn Stunden.
Die Deutsche Siebenkampf-Meisterin, in diesem Monat 15 geworden, fiel bei der Ehrung nicht nur wegen ihrer langen Zöpfe, sondern auch wegen einer Orthese und der beiden Gehhilfen auf: Vor vier Wochen hatte sie sich bei ihrem Dreisprung-Debüt in Berlin heftig am Knie verletzt, muss bis Anfang April pausieren. Von ihrem Umfrage-Sieg war sie natürlich überrascht: „Ich hatte gehofft und geahnt, dass ich viele Stimmen bekommen würde. Aber so viele?“
Eine Woche der Ehrungen ging für Peter Heibuch zu Ende. Der 63 Jahre alte Motorbootrennsportler, zum siebten Mal Deutscher Meister der Klasse R 1000, freute sich, auf der Kandidatenliste gestanden zu haben. „Erfolge sind das eine, dass sie auch jemand wahrnimmt das andere. 631 Stimmen reichten zu Platz 8 für den Neu Zittauer, von seinem Verein, dem Motor-Yacht-Club in Berlin-Gatow, war er gerade zum Fahrer des Jahres gekürt worden.
In Beeskow nicht dabei war Männer-Sieger und Lokalmatador Hagen Pohle. Der 26 Jahre alte Geher, der vor Wochenfrist noch als Kampfrichter bei den Norddeutschen Winterwurf-Meisterschaften der Leichtathleten in Kienbaum im Einsatz war, bereitet sich auf die WM im Herbst in Doha vor.
Neben einem Bläser-Trio von der Musikschule der Kreisstadt begeisterten die Auftritte des Circus Fantadu das Publikum. So hatten Michelle Priegnitz (20) und Babette Bresching (28) extra für diesen Abend eine Diabolo-Nummer einstudiert. Unter dem Dach des in Brieskow-Finkenheerd ansässigen Vereins üben rund 200 Kinder und Jugendliche unter der Anleitung von 30 Trainern und Co-Trainer im Saal der Alten Schule in Wiesenau, gibt es ebenso viele Kursangebote. Als „Pädagogik der Königsklasse“ adelte Rolf Lindemann die Arbeit überschwänglich.
Der Landrat, der im Atrium der Kreisverwaltung ein Heimspiel hatte, hielt zu Beginn der Veranstaltung ein Plädoyer für Toleranz und Gemeinschaft im Sport, aber nicht nur dort. Dem hat sich auch der am 8. Januar 1994 gegründete KSB verschrieben hat. „Trotz ungeklärter Finanzen in unruhigen Zeiten“, wie sich Thomas Maczek erinnerte. „Heute sind wir stabil und gut aufgestellt“, betonte der 66-jährige Vorsitzende der ersten Stunde, dessen letzte Amtszeit 2020 endet.



