Stadtgeschichte: Was Fürstenwaldes Tote noch zu sagen haben

Guido Strohfeldt stellte im Brauereimuseum Fürstenwalde Interessantes und Unterhaltsames aus dem ältesten Sterberegister der Stadt vor.
Katharina SchmidtEigentlich können Tote nicht mehr sprechen. Doch Museumsleiter Guido Strohfeldt hat einen Draht ins Jenseits gefunden. Denn seit einiger Zeit beschäftigt er sich mit Sterberegistern aus dem Domarchiv und kann daraus Spannendes über das Fürstenwalde der frühen Neuzeit ableiten. Die ersten Ergebnisse hat er am Mittwochabend im Brauhausmuseum in der Vortragsreihe „Geschichten aus der Region“ präsentiert und Daten aus dem ältesten Sterberegister von 1625 bis 1788 vorgestellt. So sind die Fürstenwalder damals am häufigsten durch Unfälle gestorben. Vor allem das Schwimmen im See kostete vielen das Leben.
Fürstenwalde war voller Franzosen
Doch nicht nur über das Sterben von vor 300 Jahren berichten die Toten. Aus den Notizen lassen sich etwa schließen, dass vornehmlich Handwerker in der Domstadt lebten. Ziegler, Maurer und Glaser waren mit am häufigsten vertreten — aber auch Tabakspinner, welche ausschließlich Franzosen waren. Diese zählten laut dem Register übrigens zu den häufigsten Externen, die in Fürstenwalde ihr Lebensende fanden. Seine Studien zum Sterberegister, so hofft Guido Strohfeldt, sollen mal ein Buch werden.
