Tischtennis: Kreismeisterschaften als Marathon
Und es freute sie ihrerseits, dass erstmals auch Teilnehmer aus der Kreisregion Süd den Weg nach Fürstenwalde gefunden hatten. Und nicht nur das: Niclas Goldbeck vom FSV Beeskow gewann auf Anhieb den Titel der Schüler A, setzte sich im Finale gegen Noel Sappack von der SG Rauen durch.
Triumph für Robert Blacha
Ein anderer Rauener sorgte für die vielleicht größte Überraschung bei diesen Meisterschaften: Robert Blacha triumphierte in der Jugend B, verwies Linus Bublak und Niklas Kunze vom SV Woltersdorf auf die folgenden Plätze. Der Randberliner Verein untermauerte indes seine Vormachtstellung im Nachwuchsbereich, wurde für seine beispielhafte Arbeit mit elf Medaillen belohnt. Insgesamt teilten sich derweil ebenso viele Vereine die Podestplätze – eine durchaus bemerkenswerte Breite.
Vielarbeiterin Sophie Nimptsch
Apropos elf: Dies war auch die Zahl der Spiele, die Sophie Nimptsch von Blau-Weiß Groß Lindow absolvierte. Nach vier Vorrundenspielen im Damen-Einzel schlug sie im Halbfinale ihre Trainingskollegin Jessica Panter nach Satzrückstand mit 3:1, im Endspiel musste sie sich Rosi Strohmeyer vom TTV Geschwister-Scholl-Gymnasium beugen. Im Turnier der vier Doppel holten Nimptsch/Panter ungeschlagen den Titel, und die 22-Jährige spielte zusammen mit Danilo Michalek auch noch in der Doppel-Konkurrenz der Männer. wo in der 2. Runde das Aus kam.
Als Siebenjährige hatte Sophie Nimptsch mit dem Tischtennis begonnen. „Am Anfang habe ich sie auf den Tisch gestellt, weil sie noch nicht drüber gucken konnte“, erzählte ihr zehn Jahre älterer Bruder Tobias lachend. Am Freitag treffen beide übrigens im Punktspiel der 1. Landesklasse aufeinander: sie auf Seiten der Groß Lindower Gastgeber, er beim TTC Frankfurt III. „Wer da gewinnt, ist völlig offen“, sagte die Schwester vor dem brisanten Familien-Duell.
Miles Lorenz überrascht
Ihr Doppelpartner Michalek hatte im Einzel das Achtelfinale erreicht, kam dort aber mit dem Spiel des jungen Pneumant-Akteurs Miles Lorenz überhaupt nicht zurecht. „Er hat gezogen, ich habe geblockt, aber da war nicht viel Schnitt drin – ich habe es drei Sätze lang nicht geschafft, mich darauf einzustellen“, sagte der Wiesenauer selbstkritisch.
Der gerade 18 gewordene Lorenz setzte sich in der Runde der besten Acht überraschend auch gegen den Woltersdorfer Franz-Josef Biesel durch, sein Jubelschrei nach dem Matchball tönt durch die Pneumant-Halle. Gegen Alexander Heinze (Vorwärts Bad Saarow) war dann im Halbfinale aber Endstation.
Bei seiner Premiere in der Vorrunde gescheitert war Ricardo Saldaña-Handreck, der für Preußen Beeskow II in der Kreisliga Süd spielt. Der 35-jährige Mediziner, der im Gesundheitsamt des Kreises arbeitet, kam vor zwei Jahren aus Niedersachsen, spielte dort zuletzt in der achten von zwölf Mannschaften bei Hannover 96. „Es ist schwer, das Niveau zu vergleichen. Auf alle Fälle hat es mir viel Spaß gemacht, ich war schon immer ein Turnierspieler.“
Zweimal ein 0:2 wettgemacht
Im Endspiel holte der an Nummer 1 gesetzte Mario Berndt vom 1. KSV 64/90 Fürstenwalde gegen Heinze einen 0:2-Rückstand auf und wurde erstmals Kreismeister. Bei den Damen gelang gleiches der 76-jährigen Fürstenwalderin Rosemarie Strohmeyer, die das Generationenduell gegen die54 Jahre jüngere (!) Sophie Nimptsch mit 11:8 im fünften Satz für sich entschied.


