Tradition: Rote Früchte füllen Erntekorb

Oben Tomate, unten Kartoffel: Eine ganz besondere Pflanze hat sich Regina Keil in ihren Garten in der Anlage "Spreetal" geholt. Oben wachsen Tomaten, unter der Erde Kartoffeln.
Annemarie DiehrSo viele Tomaten könne man gar nicht essen, sagt Regina Keil und deutet auf die Tomatensträucher in ihrem Garten. Tiefrot leuchten die reifen zwischen den grünen Exemplaren in der Abendsonne. „Was mein Mann und ich nicht schaffen, verschenken wir an Nachbarn und Bekannte“, sagt die Fürstenwalderin. So gut fällt ihre Tomatenernte in diesem Jahr aus, dass ganz bestimmt auch eine Ration für den Erntekorb des Kleingartenvereins „Spreetal“ abfalle.
Sieben Vereine, sagt Heidi Koebcke, Geschäftsführerin des Regionalverbands der Gartenfreunde, hätten zugesagt, Erntekörbe für die Verlosung beim Handwerker- und Bauernmarkt am 8. September, 10 bis 17 Uhr, zu stellen. 24 Vereine gehören dem Regionalverband an; 12 davon sind in Fürstenwalde ansässig. „Die Beteiligung war schon mal größer“, sagt Heidi Koebcke. Je nachdem, wie trocken der Sommer gewesen sei, falle es den Kleingärtnern mal schwerer, mal leichter, einen Erntekorb zu bestücken.
Kerstin Klade kann sich über das Gartenjahr nicht beklagen. „Ja, es ist heiß“, sagt sie auf ihrer Parzelle in der Gartensparte „Grüner Kranz“ an der Ecke Puschkin-/Lange Straße, man müsse ausgiebig gießen und die Obstbäume würden nicht viel abwerfen. Dafür seien Sorten gesprossen, mit denen sie sonst keinen Erfolg hatte: Peperoni, eine Wassermelone und sogar Auberginen. „Davon werde ich welche zum Erntekorb beisteuern“, sagt sie. Die Zusammenstellung des Korbs mit den Beiträgen der Vereinsmitglieder übernehme immer ein anderer Hobbygärtner.
In der Kleingartenanlage „Spreetal“ schmückt und bestückt eine Handvoll Damen in gemütlicher Runde am Vortag des Markttreibens den Erntekorb. Im vergangenen Jahr, sagt Schatzmeisterin Ursula Bradtke, habe jeder Verein für seinen Beitrag 20 Euro für die Vereinskasse bekommen. Auch in diesem Jahr gebe es laut Organisator Bernhard Schulz von der Dies&Das-Agentur für die Körbe eine Vereinsspende.
Reisen und ein Auto als Gewinn
Vergeben werden sie während des Markttreibens ab 16 Uhr auf der Bühne an jene, die das Buchstabenrätsel auf dem entsprechenden Gewinnzettel richtig gelöst haben. „Früher“, erinnert sich Schulz, „gab es Viertagesreisen nach Eisenach oder ein Auto als Gewinn.“ Doch weil einige Preise etwa wegen fehlendem Führerschein nicht angenommen wurden, sei man auf die Erntekörbe umgeschwenkt. Das passe auch gut zur Jahreszeit, so Schulz.
Nicht nur Obst und Gemüse der Hobbygärtner bekommen Festbesucher mit ein wenig Glück frei Haus, auch Tipps für ihre eigene erfolgreiche Ernte können sie sich holen: Verbandsfachberater Peter Koebcke informiert beim Handwerker- und Bauernmarkt an einem eigenen Stand.
