Trockenheit: Wie Fürstenwaldes Bäume an Wasser kommen

Unterwegs mit dem Gießwagen: Scott Milde vom städtischen Betriebshof bewässert Bäume und Sträucher im Fürstenwalder Stadtgebiet. Den 2500 Liter fassenden Wassertank muss er bis zu sechsmal am Tag auffüllen.
Andreas SchmaltzAuf einer Karte sind dort die Berliner Bäume verzeichnet, inklusive Alter und Wasserbedarf. Nutzer können die Pflanzen abonnieren und eintragen, wann sie einem Gehölz wie viel Wasser gegeben haben. Ein Konzept, das auch bei Fürstenwaldes Bürgermeister Matthias Rudolph (BFZ) Anklang findet, wie er über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. „Die Plattform spricht für sich“, sagte Rudolph auf Nachfrage. „Wir stellen die Daten, die Community macht hoffentlich etwas Gutes draus.“
Ein Kontakt zu den Plattform-Betreibern ist laut Stadtsprecherin Nadine Gebauer aber bislang nicht zustande gekommen. Derweil lässt Fürstenwalde Bäume, Gehölz- und Stauden durch den Betriebshof sowie Fremdfirmen bewässern.
15 000 Liter Wasser pro Tag
Betriebshof-Mitarbeiter Scott Milde ist jetzt oft beim Gießen anzutreffen. „Die meiste Zeit brauchen Flächen, um den Boden richtig zu durchnässen“, sagt er. Bei Gießsäcken an Bäumen gehe es schneller. Milde fährt 2500 Liter Wasser in dem mit einem Tank ausgerüsteten Multicar durch die Stadt. Bis zu sechsmal füllt er den Tank an einem Tag, bringt bis zu 15 000 Liter Wasser aus.
Zum Beispiel in der Ehrenfried-Jopp-Straße. Milde stoppt, wickelt den Schlau ab, füllt den Gießsack an Baum Nummer 8505 und zieht weiter. 203 Bäume und circa 5000 Quadratmeter Fläche versorgt er so in einer Woche.
Zudem würden 200 junge Bäume durch sechs Fremdfirmen gegossen, berichtet Nadine Gebauer. Diese übernehmen die ersten drei Jahre nach der Pflanzung. Kosten: circa 17 000 Euro. Auch die Firma Zaste und die Samariteranstalten gießen in Zyklen 900 städtische Bäume. 2019 gab die Stadt dafür 25 000 Euro aus. Hinzu kommen die Kosten für den Betriebshof, etwa 27 250 Euro. Macht knapp 70 000 Euro im Jahr.
Anstatt die Anwohner aktiv zum Gießen zu animieren, auch wenn jeder Tropfen Wasser willkommen sei, setzt die Stadt Fürstenwalde auf moderne Techniken, wie zum Beispiel spezielle Bodensubstrate. So seien in den vergangenen Jahren Baumpflanzungen angelegt worden, die besser anwachsen und selbst unter aktuellen Klimabedingungen weniger gegossen werden müssen als ältere.
Was beim Versorgen der Gehölze zu beachten ist
Wenn Bürger die Bäume an den Straßen gießen wollen, sollten mindestens 50 Liter Wasser gegeben werden. Bei weniger Wasser würde es nicht zu den Baumwurzeln gelangen, erklärt Stadtsprecherin Nadine Gebauer. Zudem solle nur klares Wasser ohne Zusatzstoffe verwendet werden. Die Bäume dürften dabei auf keinen Fall geschädigt werden, wie zum Beispiel durch Ausheben von Gräben. ⇥ans