Umwelt
: Stau vor der Müll-Waage

Die lange Schlange an der Abfallanlage Alte Ziegelei erzeugt bei manchen Kunden Frust. Ein Test-Besuch am Sonnabend.
Von
Ruth Buder
Fürstenwalde
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Der richtige Ort für Abfall: AKA-Mitarbeiter Friedhelm Quast (links) hilft Lars Hauer beim Abladen. Der Fürstenwalder hat am Sonnabend Elektroschrott und Baumischabfälle nach Alt Golm gebracht – und musste diesmal nicht in der Schlange warten.

Ruth Buder

Aber es gibt Sonnabende, da stehen Autos bis auf die Bundesstraße. „Selbst dann warten sie nicht länger als zehn, 20 Minuten“, sagt Friedhelm Quast, der seit 1991 an der Deponie arbeitet. Zur Schließzeit falle nicht der Hammer.  "Die Schlange wird immer abgearbeitet, auch wenn 12 Uhr vorbei ist“, so Quast. Wer weniger als 200 Kilogramm oder Abfall unter einem Kubikmeter abliefern will, muss eigentlich nicht über die Waage. Warum richtet man keine zweite Reihe ein? „Dann gibt es ein großes Durcheinander und wir haben keine Kontrolle mehr“, sagt Quast. „Mit Pappe wollen sie einfach durchfahren, unten drunter liegen dann noch Säcke mit anderem Abfall.“

Rückstauproblem bekannt

Beim Kommunalen Wirtschaftsunternehmen Entsorgung (KWU) sind die Rückstauprobleme bekannt. „Wir können an den räumlichen Gegebenheiten leider nichts ändern“, sagt Evelyn Neidhardt, die Verantwortliche für Bürgerservice. Problem sei, dass es in Alt Golm nur eine Waage gebe. Die neue Anlage im Gewerbegebiet Freienbrink, die als Ersatz für die zu kleine AKA in Erkner geplant ist, werde anders konzipiert. Leicht zugenommen habe der Andrang in Alt Golm auch, seit in Erkner aus Platzgründen kein Bauschutt und kein Sperrmüll mehr angenommen werde.

Lars Hauer, der Elektroschrott, Grünabfälle und Baumischabfälle auf seinem Pkw-Hänger hat, muss heute nicht anstehen. „Vor zwei Wochen war es voller, da habe ich zehn Minuten warten müssen“, sagt der Fürstenwalder. 17 Euro muss er berappen, ehe er seine Abfälle auf die Container verteilen kann. Zunächst vertrauen die AKA-Mitarbeiter den Angaben der Bürger, wenn sie die Waage passieren. Wer schummelt, kann schnell erwischt werden. Denn von ihrem gläsernen „Feldherrenhügel“ haben die Mitarbeiter den Platz im Blick.

Heute ist Quast mit seiner leuchtenden Warnweste auf dem Platz unterwegs. Ein älterer Herr aus Fürstenwalde will eine Batterie abgeben. Gleichzeitig will er wissen, wie er einen Nickel-Cadmium-Akku aus DDR-Zeiten entsorgen kann. „Den werden wir nicht los. Deshalb müssen sie die giftige Lauge vom Gerät trennen und in ein Glas füllen. Die können wir nur als Sondermüll entsorgen“, rät Quast. Der Mann nickt und will wieder kommen. „Wir nehmen fast alles an“, sagt Quast. Zu den Ausnahmen gehören „strahlende Abfälle“, die zum Beispiel in alten, radioaktiv belasteten Rauchmeldern vorkämen.

Wissenslücken zum Gelben Sack

Worüber sich Quast wundert ist, dass 20 Jahre nach Einführung des Grünen Punktes Leute immer noch nicht wissen, dass in die Gelben Säcke nur Plasteverpackungen und keine zerschnittenen Gartenmöbel gehören. Wer dagegen Teerpappe entsorgen möchte, muss tief in die Tasche greifen: Eine Tonne kostet 649,52 Euro.

Gebührenpflichtig nimmt die AKA Alte Ziegelei an: Altholz, Altreifen, Asbest, Bauschutt, Beton, Ziegel, Keramik, gemischte Bau- und Abbruchabfälle, Baustoffe auf Gipsbasis, Dämmplatten und –wolle, Styropor, teerhaltige Abfälle, Hausmüll, Grünabfälle, schadstoffhaltige Abfälle. Kostenlos: Altkleider, CDs, Röntgenfilme, Elektro- und Elektronik-Altgeräte (Nachtspeicheröfen nur nach vorheriger Anmeldung), Energiesparlampen, Batterien, Papier, Pappe, Tonerkartuschen, PUR-Schaumdosen, schadstoffhaltige Abfälle (aus Haushalten), kleine Mengen Sperrmüll.

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