Umweltproblem
: Wasser im Liebenberger See ist knapp

Der Pegel des Liebenberger Sees ist seit Juni um 50 Zentimeter gefallen. Trockenheit und Gastrassenbau setzen dem Gewässer zu.
Von
Anke Beißer
Kienbaum
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Niedrigwasser: Der Rost an den Masten im Liebenberger See  bildet den gesunkenen Spiegel ab.

Anke Beißer

Das sei nicht der Fall, sagt Klaus–Peter Nowack, Geschäftsführer des Sportzentrums. Aber den sinkenden Wasserstand betrachte er durchaus mit Sorge. Er spricht von knapp 50 Zentimetern seit dem 7. Juni. Von dem Datum an wurden über einen Zeitraum von 20 Tagen für Druckprüfungen in der neu verlegten Trasse knapp 37 000 Kubikmeter Wasser aus dem See entnommen. Nowack verweist auf eine gelben Pfahl mit schwarzen Pegelstrichen im See. Die Skala sei in besagtem Zeitraum von 26 auf 14 gefallen – jeder Schritt bedeute etwa 2,5 Zentimeter. „Am Freitag erreichte der Wasserspiegel nur noch die 6.“ Die Trockenheit verschärfe die Situation. „Wir nutzen den See längst nicht mehr als Reservoir für das Bewässern unserer Grünflächen“, sagt Nowack. Noch sei das Training auf dem See möglich, die Motorboote müssten jedoch sehr auf Sandbänke achten. In zwei Wochen sind kanadische Kanuten in Kienbaum zu Gast. Nowack hofft, dass sich die Situation nicht weiter zuspitzt. Auch der Wasser– und Landschaftspflegeverband (WLV) beobachtet den Wasserstand, dokumentiert das Auf und Ab, das, laut Geschäftsführer Thorsten Weidner, wetterbedingt seit mehreren Jahren deutliche Schwankungen zeigt.

Auf Nachfrage teilte George Wüstner, Pressesprecher von Gascade, mit, dass die Wasserentnahme im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens im August 2018 genehmigt worden ist. In den drei Juni–Wochen sei der See angezapft worden, vom 1. bis 3. Juli jedoch auch rund 21 500 Kubikmeter zurückgeflossen. Das restliche Wasser (rund 15 300 Kubikmeter) verbleibe für weitere Prüfungen im Rohrsystem und werde ab September in den See wieder eingespeist. Erst 2020 kommt es zu einer erneuten Entnahme für Druckproben am zweiten Eugal–Strang.

„Nach unseren Berechnungen kam es durch uns zu einer Absenkung des Pegels um rund 7 Zentimeter — unter der Annahme, dass der See ein abgeschlossenes System ohne Zuflüsse, Abflüsse oder äußere Faktoren wie das Wetter ist“, erläutert Wüstner. Zudem verweist er auf wöchentliche Messungen des WLV. „Die Zahlen liegen in einem vergleichbaren Bereich.“