Unfallverhütung: Polizei jagt Abstandssünder auf der A 12 per Drohne

So haben sich die Unfallzahlen auf der A12 zwischen Dreieck Spreeau und Frankfurt (Oder) entwickelt.
MMH„Er war vermutlich eingeschlafen“, nennt Thomas Nöring, Leiter der Autobahnpolizei der Polizeidirektion Ost, die Unfallursache. "Das kann man kaum bekämpfen“, ergänzt er. Schilder würden nicht helfen, Rüttelstreifen könnten zur Gefahr für Motorradfahrer werden.
Todesfalle Stauende
Nur eine Woche später ereignete sich der nächste tödliche Unfall auf der A12, wieder zwischen Fürstenwalde West und Storkow. Diesmal fuhr ein 49–Jähriger ins Stauende. Ursache: zu geringer Sicherheitsabstand.
Das blieben im Jahr 2019 die beiden einzigen tödlichen Unfälle auf der A12. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Nöring die Bilanz für die 58 Autobahn–Kilometer vor, die den Berliner Ring am Dreieck Spreeau mit der Bundesgrenze zu Polen verbinden. Und die sieht positiv aus. 368 Unfälle ereigneten sich dort insgesamt. Das sind 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Es handelt sich zugleich um den niedrigsten Wert seit fünf Jahren.
Thomas Nöring führt das auf die zurückgegangenen Bautätigkeiten auf der A12 zurück. „Das wird sich 2020 fortsetzen“, prognostiziert er. Auch in diesem Jahr sei keine „strukturierte“ Baustelle geplant. Arbeiten zur Bekämpfung der Alkali–Kieselsäure–Schädigungen (Betonkrebs) würden nicht in die Kategorie „strukturierte Baustelle“ fallen. "Das sind normale Instandhaltungen“, ergänzt er. 2019 hatte der Landesbetrieb Straßenwesen Mitte Mai begonnen, die befallene Autobahn zwischen Briesen und Frankfurt West zu reparieren.
Doch zurück zur Unfallstatistik. Die Autobahnpolizei der Direktion Ost ist für mehr als 200 Kilometer Strecke zuständig — dazu zählen auch Abschnitte auf A10, A11 und A20. Auf den 55 Kilometern A10, zwischen den Dreiecken Spreeau und Barnim, ereigneten sich 387 Unfälle (4 Prozent weniger als 2018), bei denen 66 Menschen verletzt wurden und niemand ums Leben kam.
Hauptunfallursache ist auf allen Strecken, dass Kraftfahrer zu dicht auf den Vordermann auffahren. 25 Prozent der Crashs gehen darauf zurück. „Hier können wir durch Überwachen gegenwirken“, sagt Nöring. Videowagen, Hubschrauber und Drohnen kommen zum Einsatz. Vor allem Letzteres sei effektiv, da die kleinen, filmenden Flugobjekte geräuschlos über der Fahrbahn schweben. Um die Distanzen ermitteln zu können, werden weiße Markierungen in 30, 40 und 50 Metern Abstand auf die Straße gebracht.
Sieben Drohnen–Kontrollen gab es 2019 auf der A12. „Wir wollen dieses Niveau halten“, kündigt der Leiter an. Teilweise seien Mitarbeiter des Amtsgerichts Fürstenwalde und der Bußgeldstelle mit vor Ort gewesen, um sich ein Bild des Verfahrens zu machen und dessen Beweiskraft einschätzen zu können. „Es gibt eine große Akzeptanz“, zeigt sich Nöring zufrieden.
