Versandhandel
: Paket-Boom fordert Zusteller

Im Schnitt rund 2500 Pakete kommen täglich im Zustellstützpunkt Fürstenwalde an. Nicht alle werden von dort aus direkt an die Haushalte geliefert.
Von
Annemarie Diehr
Fürstenwalde
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  • Erst beladen: Bis zu 100 Pakete liefert Zustellerin Diana Sanchez täglich mit ihrem Postauto aus.

    Erst beladen: Bis zu 100 Pakete liefert Zustellerin Diana Sanchez täglich mit ihrem Postauto aus.

    Annemarie Diehr
  • Dann scannen: So wird die Packstation bestückt.

    Dann scannen: So wird die Packstation bestückt.

    Annemarie Diehr
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Ihre Tour kennt Diana Sanchez im Schlaf. Sie beginnt in der Trebuser Straße und zieht sich in Form eines Kuchenstücks nach Norden bis in Höhe der Jahnstraße. Gerade hat die 41-Jährige Briefe und Päckchen bei Bonava abgeliefert; jetzt befährt ihr gelbes Zustellfahrzeug den Rewe-Parkplatz.

Diana Sanchez ist Verbundzustellerin. Sie liefert bei der Deutschen Post nicht nur Briefe, sondern auch Pakete aus. Nur einer der 71 Postboten, die im Zustellstützpunkt Fürstenwalde in der Leistikowstraße arbeiten, – davon 47 Frauen und 24 Männer – stellt ausschließlich Briefe zu; drei Mitarbeiter beliefern Firmen und Privatkunden nur mit Paketen. 2500 davon kommen in Fürstenwalde, Bad Saarow und der Gemeinde Steinhöfel täglich an, sagt Anke Blenn, Sprecherin von Deutsche Post DHL. Auch wenn diese Zahl mit den 35 000 Briefsendungen täglich, wovon der Großteil Geschäftspost sei, nicht mithalten kann – das Paketgeschäft boomt aufgrund des Versandhandels. Immer größere Lagerflächen und Fahrzeuge würden deswegen benötigt, sagt Anke Blenn.

80 Pakete auf einer Tour

Diana Sanchez hat am Morgen im Zustellstützpunkt rund 80 Pakete in ihren Transporter geladen, sie so geordnet, dass sie entsprechend des eng getakteten Tourenverlaufs griffbereit liegen. Den Großteil der Paketsendungen, die bis zu 31,5 Kilo wiegen, wird sie auf dem Rewe-Parkplatz in der Trebuser Straße los. Hier steht eine von drei Packstationen in Fürstenwalde.

„Kunden können sich Pakete direkt in die Packstation liefern lassen und vorfrankierte Sendungen von dort verschicken“, erklärt Anke Blenn. Vor allem Berufstätige würden diese Möglichkeit nutzen, weiß Zustellerin Diana Sanchez. Immerhin sparen sie sich den Weg in die Postfiliale oder zum neugierigen Nachbarn. Auch die Zustellerin gewinnt kostbare Zeit: Sie muss nicht vergeblich an Türen klingeln. Stattdessen scannt sie an der Packstation ein Paket nach dem anderen, woraufhin sich jedes Mal ein weiteres Fach öffnet. Die Pakete wandern hinein und warten darauf, vom Empfänger, der für die Nutzung registriert sein muss, abgeholt zu werden.

Marcel Trent bedient sich, sobald die Zustellerin mit dem Bestücken des Automaten fertig ist. Er wohne in der Kirchhofstraße und sei tagsüber selten zu Hause, deswegen lasse er sich seine Internetbestellungen hierher liefern, erzählt der 37-Jährige. Diana Sanchez sitzt da schon wieder in ihrem Zustellfahrzeug. 30 Sendungen ist sie losgeworden, 20 Retouren nimmt sie mit. Ihre Tour hat gerade erst begonnen.