Weihnachten: Gänse schlachten und joggen in Oklahoma

Für Hardcore-Fans: Weihnachtsbaum-Kugeln mit dem Logo des FSV Union Fürstenwalde
Mitch Rieckmann„Ja, ein bisschen runterkommen, Ruhe finden“, hofft , in der vergangenen Saison Trainer beim Fußball-Regional-ligisten FSV Union Fürstenwalde und zuletzt mit seinem Bruder Daniel bei Zweitligist FC Erzgebirge Aue. Langweilig wurde dem 35-jährigen Eggersdorfer beileibe nicht – Söhnchen Noa ist gerade vier Monate, Tochter Mia vier Jahre alt geworden. „Heiligabend genießen wir zu Hause mit Eltern und Großeltern, am 25. kommen dann alle Kinder und Enkel zusammen.“ Vater Andreas hat derweil die drei Söhne – der Jüngste, Ben Florian, war im Sommer vom FSV Union zu Energie Cottbus gewechselt – am Montag zu einer „vorweihnachtlichen Männerrunde“ versammelt. „Wir versuchen das regelmäßig zu machen, es klappt nur leider selten“, bedauert André Meyer.
ist nicht nur als Sport-Fotograf für die MOZ unterwegs, er spielt zudem für die dritte Mannschaft der BSG Pneumant in der Tischtennis-Landesklasse. Den Weihnachtsbaum hat der 51-Jährige zusammen mit Tochter Monique (25) diesmal schon am Sonntag geschmückt. Heiligabend sind Hoffmann und seine Frau Heike Gastgeber für das Familientreffen. Das Besondere: Es gibt Käsesuppe. Am ersten Feiertag sind dann alle bei den Eltern, ebenfalls in Fürstenwalde. „Da kommt ein Braten auf den Tisch, oft ist es Pute, es gab auch schon Reh – was es diesmal sein wird, da lasse ich mich überraschen.“
Weihnachtsbrunch in Golzow
Auf strahlende Kinderaugen freut sich . „Die Jungs sind zur Zeit besonders lieb, schließlich sieht der Weihnachtsmann alles“, erzählt der 49-jährige Booßener, 2. Vorsitzender des FV Blau-Weiß Briesen lachend. Die Jungs, das sind Hugo und Henri, drei und gerade zwei Jahre alt geworden. Heiligabend trifft sich die Familie bei den Schwiegereltern in Frankfurt, es gibt Kartoffelsalat und „hoffentlich von der Ur-Oma aus Thüringen mitgebrachte Wurst“. Tags darauf geht es schon seit einigen Jahren zum Weihnachtsbrunch im Gasthof Wagner nach Golzow. „Kein Stress in der Küche und lecker essen bis zum Umfallen“, schwärmt Hempel.
, Rückraumspielerin beim Handball-Dritt-ligisten Frankfurter HC, weilt gerade zur Regeneration in Karpacz im Riesengebirge, am Dienstag geht es zu den Eltern. „Nach alter Tradition gibt es in Polen zu Heiligabend kein Fleisch, sondern nur Fisch, Pierogi, Pilzsuppe und vieles andere mehr. Und am ersten Feiertag dann Ente“, erzählt die 32-Jährige. Ihre Mannschaftskollegin und Spielführerinfeiert ebenfalls traditionell mit der ganzen Familie. „Am 24. gibt es Fisch, an den Tagen danach Ente und Gans mit Klößen, Grünkohl und Rotkohl“, zählt die gebürtige Frankfurterin auf. Der FHC hat nur bis zum29. Dezember frei, Trainer Dietmar Schmidt den Spielerinnen zudem einen Plan für individuelle Lauf- und Krafteinheiten mitgegeben – schließlich steht bereits am ersten Januar-Wochenende das Final Four im Landespokal auf dem Programm.
Gänse selbst gerupft
„Ein bisschen stressig“ geht es beiin Braunsdorf zu, wie der Vorsitzende des Triathlonvereins Fürstenwalde erzählt. Das ging am Freitag mit dem Weihnachtsskat-Turnier los, „am Sonnabend haben wir bei Freunden im Garten mit Glühwein am Lagerfeuer die Wintersonnenwende gefeiert“ – und das ging quasi nahtlos in den 72. Geburtstag des umtriebigen TVF-Chefs über. Aber damit nicht genug: „Am 23. schlachten und rupfen wir die Weihnachtsgänse, das ist Tradition“, erzählt Wannewitz, dessen Frau als Schatzmeisterin des Vereins fungiert. Heiligabend kehrt dann endlich Ruhe ein, „da bringt uns auch nichts aus dem Haus. Wir kommen ja aus dem Erzgebirge, da hat sich im Laufe der Jahre so viel an originalem Weihnachtsschmuck angesammelt. Wir machen den Kamin an und es uns so richtig gemütlich“, erzählt das Ehepaar.
Ein Finne in den USA
Die Feiertage einmal komplett anders verlebt derweil Kimmo Hovi, nämlich bei der Familie seiner Frau Emily in Oklahoma – ein Finne in Amerika. Es ist das erste Mal, dass der Stürmer des FSV Union Fürstenwalde Weihnachten in den USA feiert. „Das Wetter ist super, so um die 19 Grad“, erzählt der 25 Jahre alte Blondschopf am Telefon. Auch seine Eltern sind da. Kälte und Schnee fehlen ihm nicht, dafür aber Schinken und Lachs, wie sie in Finnland gegessen werden. „Und die Geschenke gibt es hier erst am 25.“ Auch die Fußballer haben einen individuellen Trainingsplan erhalten, „ich mache in Sachen Fitness aber sogar noch ein bisschen mehr“, sagt Hovi. „Das macht hier auf jeden Fall mehr Spaß als in Deutschland.“ Joggen im Sonnenschein von Oklahoma – auch das kann Weihnachten sein.