Herr Süß, wie haben Sie das Jubiläum begangen?
Ursprünglich wollten wir etwa 200 Gäste nach Bad Saarow ins Theater am See einladen. Wegen der Corona-Pandemie mussten wir unser Vorhaben leider absagen. Wir haben stattdessen mit unseren 45 Mitarbeitern auf dem Firmengelände an der ehemaligen Intersputnik-Erdfunkstelle der DDR den Tag zelebriert. Außerdem hat unser Firmengründer Andreas Fischer, der sich aus dem operativen Geschäft inzwischen zurückgezogen hat, ein besonderes Geschenk erhalten.
Was war das?
Er bekam eine 40 mal 40 Zentimeter große Miniatur der Erdfunkstelle aus 3600 Lego-Steinen bekommen, die extra für uns hergestellt wurde. Für unsere Mitarbeiter gab es eine etwa handflächengroße Version aus 80 Steinen.
Warum gerade Lego?
Herr Fischer hat vor Jahren mit Schülern aus Bad Saarow und Fürstenwalde eine Lego-AG gegründet, die auch bei Wettbewerben der First Lego League erfolgreich war. Das war eine Idee, um sich aktiv für junge, talentierte Menschen einzusetzen.
Sensys beschäftigt sich mit magnetischen und elektromagnetischen Vermessungssystemen. Was ist darunter zu verstehen?
Wir machen uns das Magnetfeld der Erde zunutze und stellen Suchgeräte her, die Daten aufzeichnen, aus denen wir einen digitalen Abdruck erstellen.
Was suchen und finden die Geräte?
Vor allem geht es um Kampfmittel, die bis in einer Tiefe von sechs Metern aufgespürt werden können. Auch auf dem Tesla-Grundstück in Grünheide wurde Technik von uns eingesetzt. Die Magnetometer können aber zum Beispiel auch von Archäologen genutzt werden. Diese können mit unserer Technik zum Beispiel erkennen, wo sich früher mal ein Flussbett befand. Bei der Suche nach Rohstoffen sind unsere Geräte ebenso verwendbar.
Wie entstehen diese Geräte?
Unsere Entwicklungsabteilung besteht aus 15 Mitarbeitern, darunter Geophysiker, Hardware- und Softwareentwickler sowie Konstrukteure. Wir forschen, entwickeln, produzieren und vertreiben unsere Produkte weltweit in über 90 Ländern. Unser größter Markt dabei ist Deutschland. Wachsend sind die USA und Afrika.
Welches Potenzial sehen Sie für das Unternehmen in der Zukunft?
Unsere Geräte werden per Hand, mit Messanhängern und mit Drohnen bewegt, aber auch mit Unterwasserrobotern. Speziell bei Letzteren sehe ich noch viele Möglichkeiten. Unter dem Ärmelkanal und im Mittelmeer zum Beispiel schlummern uralte Kulturen, die von Archäologen noch entdeckt werden wollen.

Zur Person

Im Dezember 2011 fing Wolfgang Süß als Vertriebsleiter bei der Sensys GmbH an. Fünf Jahre später wurde er von Firmengründer Andreas Fischer zu einem der Geschäftsführer bestellt. Der 39-Jährige verantwortet die Bereiche Vertrieb und Marketing. Zuvor hatte Süß bei Airbus in Bremen ein Duales Studium in Informationstechnik absolviert. Später arbeitete er für den Flugzeughersteller auch in Hamburg, dann für den Schienenfahrzeugbauer Bombardier in Hennigsdorf. bs