WLAN-Netz
: Freies Internet in der Fürstenwalder Innenstadt

Die Stadt setzt beim offenen Internetzugang auf das Prinzip des Teilens – wie die Freifunker. Router gibt es kostenlos.
Von
Andreas Schmaltz
Fürstenwalde
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Offenes WLAN in der Innenstadt: Ein Freifunk-Router befindet sich unterhalb des Büros des Bürgermeisters am Fürstenwalder Rathaus-Center. Es sollen mehr werden.

Andreas Schmaltz

Freifunk, das ist die Idee eines gemeinschaftlichen öffentlich Netzwerks, in das sich jeder, jederzeit kostenlos einwählen kann – jenseits der großen Provider wie Telekom oder Vodafone. Auch Martin Hübner, der Zweite im Bunde der Freifunker, spricht davon mit Begeisterung. „Uns geht es um ein Netz, das in der Hand von vielen ist“, sagt er. Das habe eine demokratische Komponente. Jeder könne 30 bis 50 Euro investieren und teilnehmen. Wer mitmachen möchte, kann bei sich zuhause einen Freifunk-Router installieren und somit einen Teil der eigenen Internetbandbreite mit anderen teilen – wie viel man abgeben möchte, kann man einstellen. Das Freifunk-Netz ist dabei vom privaten WLAN strikt getrennt. Zudem sind öffentliche Nutzer verschlüsselt. „Wir nutzen keine Vorschaltseiten“, sagt Hübner. Es muss also kein Häkchen gesetzt werden, um ins Internet zu kommen. Ist das Netz verfügbar, wählt man sich automatisch ein.

Seit 2016 habe es Überlegungen gegeben, wie sich öffentliches WLAN in Fürstenwalde umsetzten ließe, erklärt Nadine Gebauer, die bei der Stadtverwaltung auch für den WLAN-Ausbau zuständig ist. Die Stadt hat sich für die Freifunk-Variante entschlossen. „Der Gedanke, dass jeder etwas bereitstellt, ist nett.“, sagt Gebauer. Je mehr Menschen mitmachen, desto größer die WLAN-Abdeckung. „Das Ziel des Bürgermeisters ist, dass man in der ganzen Stadt im Internet surfen kann.“, erklärt Gebauer. Marc Willwacher könne das technisch umsetzten, sagt sie. Gebauer sieht das öffentliche WLAN in Fürstenwalde auf einem guten Weg.

Land fördert Hotspots

Parallel zur Freifunk-Strategie hat die Stadt Förderung des Landes Brandenburg beantragt. Das Land finanziert 1200 WLAN-Hotspots. Jedoch nur von den großen Anbietern. In diesem Fall hat Vodafone den Zuschlag erhalten. Orte für diese Hotspots sind zum Beispiel an der Bullenwiese, an der Großen Freiheit, am Pneumant-Sport-Forum und der Kulturfabrik. Standorte, die mit Freifunk schwer zu erreichen sind oder an denen es besonders viele Nutzer gibt. "Für die Stadt kostet es nichts. Das Land übernimmt die kompletten Kosten“, sagt Gebauer. Lediglich der Strom müsse bezahlt werden. Eigentlich hätten die ersten Hotspots bereits am 17. Februar eingerichtet werden sollen, doch der Start verzögert sich. Gebauer vermutet, dass der Provider mit sehr vielen Aufträgen ausgelastet sei.

Derweil versuchen die Freifunker weiterhin Menschen in Fürstenwalde für ihre Idee zu gewinnen. Wer auf deren Website fuerstenwalde.freifunk.net geht, kann dort neben Erklärungen eine Karte mit den Freifunk-Standorten finden. Bislang sind 21 Router in Fürstenwalde verzeichnet. Für Marc Willwacher ist es vor allem der Gedanke des Teilens, der die Faszination ausmacht. „Ich habe zu viel von etwas, also gebe ich etwas ab.“

Das gelte auch für Besuch, den man zuhause empfange. Mit Freifunk müsse man sein Passwort nicht hergeben. „Es ist ein digitales Glas Wasser für die Gäste“, sagt Willwacher. Die Stadt stellt jedem, der mitmachen möchte, die Freifunk-Router kostenlos zur Verfügung. „Wir wollen Anreize schaffen“, betont Nadine Gebauer.

Interessierte können sich per E-Mail melden unter nadine.gebauer@fuerstenwalde-spree.de oder an fuerstenwalde@freifunk.net