Die Schmutzwassergebühren werden kommendes Jahr stabil bleiben, erst für 2022 und 2023 werden die Gebühren neu kalkuliert, kündigte Stadtwerke-Geschäftsführer Steffen Carls im Werkausschuss des Entwässerungsbetriebes der Stadt Zehdenick an. Ab 2022 rechnet Carls, der auch Betriebsführer des Entwässerungsbetriebes ist, mit einer Darlehensaufnahme in Höhe von einer Million Euro, um geplante Investitionen in die Erneuerung des Schmutzwassersystems zu stemmen.

Am Wesendorfer Weg muss das Abwassersystem erneuert werden

Allein in die Erneuerung des maroden Schmutzwassersystems von Ackerstraße und Wesendorfer Weg werde der Eigenbetrieb rund eine Million Euro investieren müssen. „Die betrieblichen Anlagen befinden sich dort in einem schlechten Zustand“, erklärte Carls den Mitgliedern des Werkausschusses, der am Mittwochabend über den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes für 2021 zu befinden hatte.
Das Bauvorhaben soll mit der Stadt Zehdenick eng abgestimmt werden, um die Straße nicht zweimal aufreißen zu müssen. Die Kommune werde in diesem Zusammenhang für die Neugestaltung der beiden Straßen zuständig sein. Für kommendes Jahr sei der schon mehrfach verschobene Ausbau der Exinstraße geplant. Dazu seien in jüngster Zeit Absprachen mit der Stadt Zehdenick erfolgt, die für den Straßenbau verantwortlich ist, sobald die Stadtwerke ihre Rohre verlegt haben werden.

Baustart für neues Wohngebiet noch im November

Noch in diesem Jahr werden die Stadtwerke mit der Erschließung des Wohngebietes „nördlich Robinienweg“ beginnen. Zunächst werde mit der Baufeldfreimachung gestartet. Baustart werde voraussichtlich in der 46. Kalenderwoche sein, also in der Woche ab dem 9. November. Ob und wann die Stadtwerke mit der Erschließung des Wohngebietes am Triftweg beginnen werden, ließ Carls auf Nachfrage des Werkausschusses offen. Dort will ein Zehdenicker Bauunternehmer eine Siedlung mit knapp 30 Eigenheimen errichten.

Kläranlage könnte ab 2021 zum Sanierungsfall werden

Auf erhöhte Aufwendungen für den Erhalt der Kläranlage in Zehdenick stimmte der Betriebsführer die Ausschussmitglieder ein. Die Kläranlage gehe in ihr 30. Betriebsjahr und werde 2021 vollständig abgeschrieben sein. Schon im kommenden Jahr wollen die Stadtwerke einen sechsstelligen Betrag in den Erhalt der Anlage investieren. Geplant seien die Belüftung eines Behälters und der Erneuerung eines Dekanters. Insgesamt 135 000 Euro sollen in Abhängigkeit von der Bewilligung von Fördermitteln investiert werden.

Entwarnung beim Thema Klärschlamm

Entwarnung konnte Steffen Carls hinsichtlich der Verwertung des Klärschlamms geben. Der Ausbringung stehe auch im kommenden Frühjahr nichts mehr im Wege. Wie gehabt könne der Klärschlamm von den Bauern ausgebracht werden. „Da steht keine Neuorganisation an“, sagte Carls, nachdem die Klärschlammverwertung schon seit Jahren im Werkausschuss immer wieder auf der Tagesordnung stand. Über alle möglichen Alternativen wurde bereits wegen der drohenden Verschärfung der Klärschlammverordnung nachgedacht.
Im März kommenden Jahres wird eine Stelle bei den Stadtwerken neu zu besetzen sein. Gesucht wird schon jetzt eine Fachkraft für Abwassertechnik, weil ein langjähriger Mitarbeiter in Rente gehe, kündigte Carls an.