Die gut 107 Kilometer lange Strecke von Jerchel im Milower Land in der Nähe von Brandenburg an der Havel hat das in die Jahre gekommene Löschfahrzeug „8 Robur LO 2002 AKF“ aus eigener Kraft, vor allem aber ohne Probleme zurückgelegt, erzählt Björn Kresz, der im ehemaligen Umformerwerk der Deutschen Reichsbahn in Neulöwenberg ein Bahn- und DDR-Museum eingerichtet hat.

Erinnerung an alte Zeiten

Seit 2015 gibt es das kleine Museum. Kresz, Eisenbahner mit Leib und Seele, hat das Gelände damals von der Bahn erworben. „Ich wollte es erhalten, weil es ein Stück Zeitgeschichte ist. Es wurde gebaut, als die Bahnstrecke von Berlin Richtung Ostsee elektrifiziert wurde und wäre, nachdem es nicht mehr gebraucht wurde, wie viele andere Zeitzeugnisse verschwunden“, erklärt Kresz sein Engagement. Längst ist sein Museum, in dem gleichermaßen die Geschichte der Bahn als auch der DDR zu erleben sind, weit über die Grenzen von Oberhavel bekannt. Das belegen zum einen die Besucherzahlen, wenn diese nicht gerade coronabedingt eingeschränkt werden müssen. Zum anderen werden an Kresz auch Angebote herangetragen, ob er bestimmte Ausstellungsobjekte übernehmen will. In eben diese Kategorie fällt die Überlassung des Robur-Fahrzeuges von der Feuerwehr in Jerchel als Dauerleihgabe an das Museum in Neulöwenberg.

Neue Technik für die Feuerwehr Jerchel

Die Freiwillige Feuerwehr Jerchel hat dieses Jahr ein neues Löschfahrzeug erhalten. Deshalb konnte und musste das alte, der Robur, ausgemustert werden. Vorgeschrieben ist, dass die Fahrzeuge dann verkauft werden. Manchmal sind es Liebhaber, die sich dafür interessieren. Manchmal erstreckt sich das Interesse der Käufer aber auch nur auf den Schrottwert und die Verwertung der noch vorhandenen Teile.
Doch eben das wollte Horst Volkmann, der in Jerchel geboren wurde, und viele Jahre bei der Feuerwehr als Maschinist Dienst tat, verhindern. Denn das Fahrzeug ist ein Relikt aus DDR-Zeiten, vor allem aber fast noch im Originalzustand erhalten. Es wurde im Juni 1979 vom damaligen Volkseigenen Betrieb (VEB) Kali-Chemie, Betriebsteil Nerchau, gekauft. Nach Auflösung des Betriebes kam der Robur zur Feuerwehr nach Jerchel, wo er bis 2020 noch Dienst tat. Da Volkmann Björn Kresz’ Opa ist, lag es natürlich nahe, das Fahrzeug nach Neulöwenberg zu bringen, wo es als Teil der Ausstellung künftig besichtigt werden kann.

Wer es sich ansehen möchte, hat dazu am Sonntag, 18 Oktober, von 10 bis 17 Uhr die Gelegenheit. Damit nicht gegen die Hygiene- und Abstandsregeln verstoßen werden kann, gibt es Eintrittskarten, für die allerdings kein Eintritt bezahlt werden muss. Sie dienen nur, so die Erklärung von Björn Kresz, der Kontrolle, weil nur maximal 75 Personen ins ehemalige Umformerwerk dürfen.