Die Drittklässler der Drei-Seen-Grundschule Fürstenberg sind ganz Ohr, als die Mädchen der Evangelischen Schule Berlin-Zentrum ihnen etwas vom Molukkenkakadu, den Roten Korallen, dem Strauß und dem Narwal mit Riesenstoßzahn erzählen.

Spannendes über seltene Tierarten

Am Montag hat das Wunderkammerschiff am kommunalen Bootsanleger an der Baalenseestraße in Fürstenberg festgemacht. Eine Woche lang haben alle Kinder der Wasserstadt Fürstenberg nun Gelegenheit, Spannendes über seltene Tierarten, aber auch über die Schifffahrt im allgemeinen zu erfahren und etwas fürs Leben zu lernen. Obwohl das von Stiftungen und Ministerien finanzierte Museumsschiff schon seit 2016 in Berlin und Brandenburg unterwegs ist, machte es sich jetzt zum ersten Mal auf den Weg in die Wasserstadt.

Abgeordnete holt das Schiff nach Fürstenberg

Die Bundestagsabgeordneten der Linken, Anke Domscheit-Berg, war auf das Schiff in ihrem Wahlkreis in Brandenburg/Havel auf das Wunderkammerschiff aufmerksam geworden und hatte sich erfolgreich darum bemüht, es nach Oberhavel zu lotsen, wo es jetzt mehrere Wochen am Stück unterwegs ist. Ein Glücksfall für die Region, denn ein Besuch an Bord des Wunderkammerschiffs ist wie eine Reise in die entferntesten Regionen der Welt, zu Tieren und Pflanzen, die vom Aussterben gedroht sind. So wie der Narwal mit seinen bis zu fünf Meter langen Riesenstoßzahn.

Das Berühren des Stoßzahns soll Glück bringen

Das bloße Berühren des Zahns soll schließlich Glück bringen und da ein kleines Exemplar im Schiff hängt, durften alle Schulkinder mal anfassen. Natürlich nur mit Einweg-Handschuhen, die beim Betreten des Schiffes an alle Kinder ausgegeben werden. Denn auch viele andere Exponate dürfen mit den Schutzhandschuhen berührt werden. Sehr angetan zeigten sich die Drittklässler aber auch vom Walhai. Der Pflanzenfresser bekomme in seinem Leben bis zu 30.000 Zähne in mehreren Reihen hintereinander, um Plankton und Algen zu zermalmen. Das braune Tier mit den weißen Flecken könne bis zu einhundert Jahre alt werden, erzählen die jugendlichen Museumsführer mit Begeisterung für die Tiere. Und dann der Strauß, der bis zu zweieinhalb Kilogramm schwere Eier legen kann. Ein Ei reiche für 25 Portionen Rührei. Allerdings sei der Strauß etwas dumm, wenn er seinen Kopf in den Sand stecken und darauf hoffe, von seinen Feinden nicht erkannt zu werden. Andererseits könne der Vogel sogar einem Löwen einen KO-Schlag versetzen.

Navigieren mit der Sonne

Nach einer kurzen Reise durch die exotische Tierwelt geht es rauf aus Deck, wo Kapitän Felix Eisenhardt den Jungen und Mädchen beibringt, wie man auch ohne Smartphone über die Weltmeere navigieren kann, nämlich allein mit Hilfe der Sonne, die Osten aufgehen und in Fürstenberg hinterm Bahnhof untergeht. Die Zeit reicht noch so gerade, um den Drittklässlern einige Knotentechniken beizubringen, ehe die nächste Schulklasse schon Anmarsch ist und es gar nicht erwarten kann, auf das Kabinenfahrgastschiff zu gehen, das noch einschließlich Freitag in Fürstenberg vor Anker liegt und dann seine Reise zunächst nach Rheinsberg und anschließend nach Mildenberg und Liebenwalde fortsetzen wird. Allein für das einwöchige Gastspiel in Fürstenberg gibt es Anmeldungen von elf Schulklassen und zwei Kita-Gruppen, weiß Projektmanagerin Charlotte Esser, die sich um alles Organisatorischen an Bord des Schiffes kümmert, das umweltfreundlich mit Flüssiggas anstelle von Diesel betrieben wird.