Von Tor zu Tor“ waren Sportenthusiasten des offenen Granseer Lauftreffs des SV Eintracht am Tag der Deutschen Einheit unterwegs. Über knapp 90 Kilometer Kilometer ging es vom Brandenburger Tor in der Mitte Berlins zum Ruppiner Tor in Gransee. Das Einheitsjubiläum war aber nicht der einzige Anlass für diese besondere Aktion.
„Wir nehmen ja gerne an vielen Wettkampfveranstaltungen teil. Diese Jahr sah es, was das angeht, ja etwas mau aus. Daneben veranstalten wir auch gerne eigene Teamevents“, sagte Wolfgang Schwericke, der die Truppe regelmäßig trainiert. Ein Beispiel sei die Laufparkumrundung, die 2020 zum zweiten Mal angegangen wurde. 19 Leute waren dabei. Erst vor einigen Wochen ging es 15 Stunden um die Granseer Stadtmauer.

Ein Lauf – drei Jubiläen

Wie kommen die Läufer nun aber auf eine Aktion am Tag der Einheit? „Es gab vom Laufpark Stechlin mal den Plan, zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit so etwas zu machen. Das hat damals aber nicht so funktioniert, vielleicht weil es nicht so viele Verrückte gab, wie jetzt hier“, sagt Schwericke und lacht. Und es sei ja auch nicht nur das Einheitsjubiläum, das dieses Jahr ins Haus gestanden habe. Der SV Eintracht, bei dem der Lauftreff angesiedelt ist, beging 2020 sein 100-jähriges Bestehen. Ferner wurde vor 15 Jahren der Laufpark Stechlin aus der Taufe gehoben. Da sei der Lauf quasi auch der Abschluss für die Vereinsevents dazu.
Am Sonnabend in aller Frühe brachen die Läufer mit einem Kleinbus in Gransee auf, so dass pünktlich um 6 Uhr der Start am Brandenburger Tor erfolgen konnte. Gegen 21 Uhr war dann Gransee erreicht.

Zwei Läufer bewältigen komplette Distanz

Auf dem Plakat, dass extra angefertigt worden war, steht eine zurückzulegende Distanz von 88,8 Kilometer. Auf eine Schnapszahl habe man es nicht unbedingt angelegt. „Das hat sich beim Tracken mit Outdoor-Active so ergeben“, so Schwericke. Letztlich wurden es 90,3 Kilometer. Kleinere Ungenauigkeiten ließen sich bei der Planung nicht ausschließen. Wichtiger: Das Ziel, von Berlin bis Gransee immer Leute auf der Strecke zu haben, wurde erreicht. Zwei Läufer, Harald Wilcke aus Großwoltersdorf und Tino Hube aus Oranienburg, waren ohne Unterbrechung auf der Piste, so Schwericke weiter: 75 Kilometer legten Anke Rudolph und er selbst zurück. Juliane Hube und Bettina Jerke schafften die 45 Kilometer.
Dank gebühre ihrer Fahrerin Christine, die die Läufer mit dem Bulli begleitete. Ohne sie wäre ein solches Projekt nicht zu stemmen gewesen. Etwa alle fünf Kilometer war der Wagen Anlaufpunkt, um Verpflegung aufzunehmen oder bei Bedarf die Sachen zu wechseln. „Ein netter Nebeneffekt der ganzen Aktion war, dass wir ein paar richtig schöne Ecken kennengelernt haben. Zwischen Tegel und Hohen-Neuendorf beziehungsweise Hennigsdorf waren wir zudem auf dem Mauerweg unterwegs. Das war zum Thema voll passend“, so Schwericke rückblickend.
Und was kommt als Nächstes? Da will Wolfgang Schwericke noch nicht zu weit vorausblicken. „Manche Dinge entstehen bei uns recht spontan. Nehmen wir die erste Laufparkumrundung. Da waren es von der Idee bis zur Umsetzung auch nur vier Wochen.“ Erst einmal steht Ende November die schon aus den Vorjahren bekannte Plogging-Aktion auf dem Programm, bei der es weniger um zurückgelegte Kilometer als um das Müllsammeln geht, und zu der wieder jedermann zum Mitmachen aufgerufen ist.