In der Stadt Fürstenberg gibt es seit Dienstag mehr Menschen, die sich seit dem Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres insgesamt mit dem Coronavirus infiziert haben als im Löwenberger Land. Damit ist die Zahl der Infizierten in der Wasserstadt seit dem Frühjahr 2020 im Norden des Landkreises Oberhavel erstmals nicht am niedrigsten. Seit März 2020 hat es im Amt Gransee, in der Gemeinde Löwenberger Land sowie in der Stadt Zehdenick kontinuierlich deutlich mehr Neuinfektionen gegeben als in Fürstenberg.
Am vergangenen Donnerstag, 25. März, sind von der Gesundheitsbehörde Oberhavels noch 246 Coronaneuinfektionen in Fürstenberg sowie 247 neue Fälle im Löwenberger Land gemeldet worden. Am vergangenen Dienstag hat es schließlich in Fürstenberg mit 278 Fällen erstmals mehr Neuinfektionen als im Löwenberger Land mit 257 Fällen gegeben. In der Wasserstadt stieg die Zahl der Neuinfizierten bis zum Karfreitag auf 289 sowie im Löwenberger Land auf 267.

Ausbruch in Kindertagesstätte in Fürstenberg

Hauptursache für den außerordentlichen Anstieg der Fallzahlen in der Wasserstadt ist der Ausbruch der Pandemie am 10. März in der Kindertagesstätte „Kleine Strolche“. Bis zum 19. März haben sich dort zwölf Kinder sowie 18 Mitarbeiter infiziert. Dabei handelt es sich bei der Mehrzahl der Fälle um die britische, also eine besonders ansteckende, Variante des Coronavirus. Bereits einen Tag zuvor waren zwei Kinder in Fürstenbergs Tagesstätte „Spatzennest“, die vom gleichnamigen Verein betrieben wird, positiv auf das Virus getestet worden. Außerdem hat es Coronafälle von jeweils einem Mitarbeiter in der Kleinen Grundschule „An der Mühle“ im Ortsteil Bredereiche sowie in der Bredereicher Kindertagesstätte „Havelspatzen“ gegeben.
Seit dem Ausbruch der Pandemie in der Tagesstätte „Kleine Strolche“ ist die Coronalage in der Stadt Fürstenberg generell angespannt: Bis zum Karfreitag sind dort seit dem 10. März 171 Neuinfektionen registriert worden. Im Löwenberger Land waren es hingegen 44, im Amt Gransee 57 sowie in Zehdenick 60 neue Infektionsfälle. Als Folge der deutlich hohen Fallzahlen ist nicht nur die insbesondere betroffene Kindertagesstätte geschlossen worden. Zudem haben etwa die Schulstunden an der städtischen Drei-Seen-Grundschule nicht mehr als Wechsel-, sondern als Distanzunterricht stattgefunden – also als vollständiger Heimunterricht anstatt teilweisen Präsenzschulstunden. In beiden Einrichtungen soll der Betrieb laut den jüngsten Informationen der Stadtverwaltung ab dem kommenden Dienstag, 6. April, allerdings wieder ganz regulär stattfinden.

Zuvor größere Ausbrüche in Gransee und Zehdenick

Nach den Fällen in Fürstenberg sind im Norden Oberhavels am Dienstag, 23. März, vier Kinder sowie drei Mitarbeiter im Kinderhof Buberow in Gransee und zudem bis zum Freitag, 26. März, drei Kinder sowie ein Mitarbeiter der Kindertagesstätte „Regenbogen“ im Löwenberger Land positiv auf das Coronavirus getestet worden. Todesfälle gab es seitdem keine.
Größere Pandemieausbrüche im Norden Oberhavels waren bislang um den Jahreswechsel 2020/2021 in Zehdenick sowie im Amt Gransee zu verzeichnen: In Zehdenick hatten sich 36 Betreute sowie 14 Mitarbeiter im Seniorenheim „Viktoria Luise“ neu mit dem Virus infiziert. In Gransee waren 55 Betreute sowie 33 Mitarbeiter der „Gis-Seniorenwohnstätte“ betroffen.
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