Coronaauflagen
: Singen bleibt in der Mildenberger Schule verboten

In der Mildenberger Grundschule informierte sich die Landtagsabgeordnete Carla Kniestedt über neue und bekannte Probleme des Schulalltags.
Von
Wolfgang Gumprich
Mildenberg
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Informationen aus erster Hand: Schulleiterin Katrin Wolff (rechts) im Gespräch mit Carla Kniestedt.

Wolfgang Gumprich

Nur Frontalunterricht

„Wir sollen“, so Anke Weingärtner, „1,50 Meter Abstand halten, dann kann ich ja nur Frontalunterricht abhalten“. Außerdem hätten die Kinder auch körperliche Bedürfnisse, möchten in den Arm genommen, getröstet werden. Sie könne ihre Gitarre einpacken, „wir dürfen nicht singen!“ Und gerade das Singen nehme einen wichtigen Platz im Leitbild der Schule ein. Dort heißt es „Wir singen, lesen, lieben die Natur und lernen mit modernen Medien“. Widersprüchlich außerdem: Auf dem Schulhof gelte die Maskenpflicht nicht. Stolz zeigte Schulleiterin Wolff der Politikerin die Whiteboards, die die klassische grüne Schultafel abgelöst haben und die eigentlich ein Computer sind. „Wir sind komplett kreidefrei!“ Die Mehrzahl der Tafeln habe der Schulverein angeschafft. Und auch hier traten die Problemchen zutage: Eine Ersatzlampe für den Projektor koste 300 Euro, Staubfegen setze den Tafeln zu, sie seien dann nicht mehr beschreibbar. Hinweise an die Stadtverwaltung, die Putzkolonne entsprechend zu instruieren, seien bislang verpufft. Besonders verblüfft zeigte sich Kniestedt über die Art der Lernmittelbeschaffung, die wohl so im ganzen Bundesland funktioniere. Demnach kaufen die Eltern ein oder mehrere Bücher im Wert von 25 Euro, die restlichen Bücher beschafften die Schulen. Kniestedt erinnerte sich daran, dass früher die Eltern eine Summe an die Schule bezahlt hätten, die davon Klassensätze kaufte. „Warum soll ich für ein Jahr so viel Geld ausgeben, wenn es auch einfacher und auch logischer ginge? Das ist doch Ressourcenverschwendung“, wunderte sie sich. Bewundert hat sie hingegen den Bildungsacker, auf dem die Kinder – natürlich unter Anleitung – Kürbisse, Kartoffeln anbauen und – Schule wäre nicht Schule, wenn sie dies nicht auch didaktisch nutzen würde:

„Wir wiegen die Kürbisse, messen die Umfänge, zeigen, dass Kartoffeln in der Erde wachsen“, sagte die Schulleiterin. Kniestedt unternimmt ihre Sommertour durch Brandenburg mit einem Elektroauto. Wie gut oder ausbaubedürftig die Ladeinfrastruktur im Nordosten Brandenburgs ist, will sie bis spätestens Ende August selbst erfahren.

Info-Kasten

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel