Dauereinsatz
: Scheunenbrand ist noch immer nicht gelöscht

Auch am Freitag sind noch 40 Feuerwehrleute beim Scheunenbrand in Klein-Mutz im Einsatz. Die Löscharbeiten sollen noch bis zum Abend andauern.
Von
Tilman Trebs,
Thomas Pilz
Klein-Mutz
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  • Mitarbeiter des THW unterstützen die Einsatzkräfte. Insgesamt wurde am Freitagnachmittag noch aus fünf Strahlrohren gelöscht – mit Wasser aus dem Mutzer Stich.

    Mitarbeiter des THW unterstützen die Einsatzkräfte. Insgesamt wurde am Freitagnachmittag noch aus fünf Strahlrohren gelöscht – mit Wasser aus dem Mutzer Stich.

    Thomas Pilz
  • Bereits seit Mittwochnachmittag ist die Feuerwehr in Klein-Mutz im Einsatz. Sie wird wohl noch bis Freitagabend vor Ort gebraucht.

    Bereits seit Mittwochnachmittag ist die Feuerwehr in Klein-Mutz im Einsatz. Sie wird wohl noch bis Freitagabend vor Ort gebraucht.

    Julian Stähle
  • Spezialisten des THW und Mitarbeiter des Grüpa-Hofes zerren mit Radladern die glühenden Stroh- und Heuballen aus der Brandruine, die dann in sicherer Entfernung gelöscht werden.

    Spezialisten des THW und Mitarbeiter des Grüpa-Hofes zerren mit Radladern die glühenden Stroh- und Heuballen aus der Brandruine, die dann in sicherer Entfernung gelöscht werden.

    Thomas Pilz
  • Glühender Riesenhaufen: Selbst drei Tage später glimmen die STroh- und Heuballen vor sich hin.

    Glühender Riesenhaufen: Selbst drei Tage später glimmen die STroh- und Heuballen vor sich hin.

    Thomas Pilz
  • Verschnaufpause: Dank Löwen-Menü, Bäcker Stadige, Kneiper Michael und den Grüpa-Hof-Bauern wurden die Einsatzkräfte ordentlich verpflegt. Im Hintergrund stehend. Gerd Leege, der Einsatzleiter.

    Verschnaufpause: Dank Löwen-Menü, Bäcker Stadige, Kneiper Michael und den Grüpa-Hof-Bauern wurden die Einsatzkräfte ordentlich verpflegt. Im Hintergrund stehend. Gerd Leege, der Einsatzleiter.

    Thomas Pilz
  • Es bleibt ihm keine Zeit, über die Tragödie nachzudenken: Andreas Paris, seine Mutter Gisela und Bruder Christian müssen jetzt nach vorne schauen, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann.

    Es bleibt ihm keine Zeit, über die Tragödie nachzudenken: Andreas Paris, seine Mutter Gisela und Bruder Christian müssen jetzt nach vorne schauen, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann.

    Thomas Pilz
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Seit dem Morgen sind wieder 40 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) sowie Mitarbeiter des betroffenen Hofes damit beschäftigt, glimmende Strohballen aus den Scheunen zu holen und abzulöschen. „Wir haben inzwischen die eine Halle, in der das Stroh bis unter das Dach gelagert war, komplett freigeräumt. Nun sind wir mit der zweiten beschäftigt“, sagt Stadtbrandmeister Leege am Freitagvormittag.

In den Scheunen selbst wurde und wird das Stroh von oben mit Wasser gelöscht, damit das Feuer nicht offen ausbricht. „Das Wasser dringt aber nicht in die gepressten Ballen ein, die weiterglühen. Wir müssen sie deshalb im Freien Stück für Stück auseinandernehmen und löschen. Und das dauert.“

Der Brand war am Mittwoch gegen 16 Uhr ausgebrochen. Zwei Scheunen brannten komplett nieder. Durch den Funkenflug drohten weitere Gebäude in der Umgebung in Flammen aufzugehen. Dies konnten die bis zu 90 Feuerwehrleute aber bereits am Mittwochabend verhindern. Elf Anwohner mussten zwischenzeitlich ihre Häuser verlassen. Alle anderen Klein-Mutzer wurden aufgerufen, ihre Fenster geschlossen zu halten.

Am Donnerstag bereitete dann zum einen starker Wind Probleme. Zum anderen brach die Löschwasserversorgung zusammen. „Der Speicher ist aufgebraucht. Aus den Hydranten kommt nichts mehr“, erklärte Gerd Leege. Daran hat sich auch am Freitag nichts geändert. Bereits am Donnerstag richtete die Feuerwehr deshalb einen Pendelverkehr zum einen Kilometer entfernten Mutzer Stich ein, um ausreichend Löschwasser zu organisieren.

Außerdem war am Donnerstag um 17.30 Uhr in Mildenberg ein Brand ausgebrochen: Auf einem Feld war eine Strohpresse in Flammen aufgegangen. Zudem brannten 3 000 Quadratmeter eines Stoppelfeldes. Die Einsatzleitung musste etliche Kameraden und schweres Gerät aus Klein-Mutz abziehen.

Für die Feuerwehren aus der Region ist der lange Einsatz ein Kraftakt, aber nicht der erste dieser Art. „Wir hatten vor ein paar Jahren mal einen ähnlichen Brand in Kappe. Die Löscharbeiten haben drei Tage lang gedauert.“ Inzwischen arbeiten die Einsatzkräfte in Schichten. In der Nacht zu Freitag hielt eine fünfköpfige Brandwache lediglich das Feuer in Schach, bevor am Morgen wieder die umfangreichen Löscharbeiten begannen. „Wir sind trotzdem froh, wenn es vorbei ist.“

Für Verstärkung sorgte am Freitagmittag auch die Fürstenberger Wehr. Der Stadtbrandmeister der Wasserstadt, Dirk Stolpe, rückte mit einem ersten Trupp an, um sich in die Lösch- und Aufräumarbeiten sorgfältig einzugliedern – in Abstimmung mit Einsatzleiter Leege. „Abgelöst werden wir am Nachmittag voraussichtlich von den Bredereicher Einsatzkräften“, erläuterte Stolpe.

Inzwischen legte sich bei Leege die Anspannung sichtlich. Das Feuer sei so gut wie unter Kontrolle, langwierig sei es aber, die einzelnen Heu- und Strohballen sicher zu löschen. „Jedesmal wenn wir einen Ballen anheben, kommt Sauerstoff an ihn heran, und er entzündet sich“, erläuterte der Einsatzleiter. Nur gut, dass es am Freitagmittag etwas zu regnen begann.

„Dass wir das alles jetzt gut im Griff haben, liegt aber auch an der Unterstützung von außen“, betont Leege. Der Essensanbieter Löwen-Menü aus Löwenberg habe keine Sekunde gezögert und alle Einsatzkräfte ausreichend mit Verpflegung versorgt. Ebenso die Bäckerei Stadige aus Bergsdorf. Und selbstverständlich der Kneiper des Ortes, Lutz Michael, habe für ausreichend Mineralwasser gesorgt.

Abgesehen von den Betroffenen selbst, der Familie Paries, die in jeder Weise hilfreich sei. So dass man unweit des Bürotraktes an der Einfahrt zum Hof einen Essensbereich einrichten konnte. „Dort wechseln sich die Brandschützer und THW-Spezialisten immer ab, um etwas zu sich zu nehmen“, erklärte Leege.

Andreas Paries betont denn auch, man könne nur froh sein, dass es so viele Menschen gebe, die in ihrer Freizeit so aufopferungsvoll anderen Menschen helfen. „Ich möchte mich im Namen meiner Familie ausdrücklich bei den Einsatzkräften bedanken, denn sie haben Schlimmeres verhindert“, erklärte der 38-Jährige Mitbetreiber des Hofes.

Zum Beispiel konnten 400 Milchkühe gerettet werden, auch die Nachzucht. Gleichwohl stehe man nun vor einem riesigen Problem, so Paris, der eigentlich Informatik studierte. Die komplette Heumahd der letzten Wochen, „und wir reden hier von 1 500 Hektar Fläche“ sei von dem Feuer vernichtet worden. „Nun haben wir das Problem, sofort Futter für die Tiere besorgen zu müssen“. Zumal die nächste Mahd in ein paar Wochen nicht mehr die Qualität habe, die man benötige.

Der finanzielle Schaden? Der sei unermesslich, könne aber zurzeit nicht beziffert werden. Erst wenn der Brand endgültig gelöscht ist, die Kripo ihre Arbeit gemacht habe, könne die Versicherung tätig werden und kalkulieren, erklärt der Bauer.