Dauerstreit: Bushaltestellen-Lärm nervt Anwohner in Zehdenick

Warten auf den Bus: Die Anwohner der Verlängerten Ackerstraße sind von dem Lärm der Schüler nur noch genervt. Eine schnelle Lösung des Problems ist weiterhin nicht in Sicht.
Martin RiksenZwar reagierte die Stadt auch auf die Sicherheitsbedenken von Schule und Eltern und sperrte die Zufahrt vom Wesendorfer Weg zur Verlängerten Ackerstraße. Doch seitdem sind die Autofahrer gezwungen, die Verlängerte Ackerstraße auf Höhe der Bushaltestelle zu passieren, anstatt die bislang viel genutzte Abkürzung direkt an der Schule vorbei zu nutzen. „Der Verkehr ist deutlich schlimmer geworden“, beklagte sich Anwohner Rainer Schlie jüngst in der Einwohnerfragestunde der Stadtverordnetenversammlung.
„Versprochen wurde ja schon viel. Wann wird denn endlich was gemacht? Oder muss erst jemand totgefahren werden? Das kann nicht so weiter gehen“, forderte Rainer Schlie einen konkreten Zeitplan, wann mit der Umsetzung der in Aussicht gestellten Maßnahmen nun endlich begonnen wird.
Keine schnelle Lösung
Wenig Hoffnung, dass sich an der für die Anwohner belastenden Situation schnell etwas ändern wird, machte Fachbereichsleiter Fred Graupmann den aufgebrachten Anwohnern: „Wir sind in Gesprächen mit dem Landkreis. Auf die Schnelle wird sich nichts bewerkstelligen lassen.“ Das sieht auch der Landkreis Oberhavel so und macht ebenfalls wenig Hoffnung auf eine schnelle Lösung, wie Kreissprecherin Constanze Gatzke am Donnerstag ausführte. Möglicherweise lasse sich die Bushaltestelle erst mit der Planung der neuen Förderschule verlegen. Aber hierzu gebe es noch keine konkreten Verabredungen, geschweige denn liege eine Planung auf dem Tisch. „Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern. Wir haben keine schnelle Lösung parat“, gab sie zu bedenken.
Was die Stadt tun konnte, hat sie getan. Anfang dieses Jahres hatten die Stadtverordneten die Sperrung der Verlängerten Ackerstraße mittels Poller beschlossen, so wie es die Stadtverwaltung vorgeschlagen hatte. Dieses Vorhaben wurde mit Schuljahresbeginn 2019/20 umgesetzt. Noch nicht Teil der Beschlussfassung war die Frage der Bushaltestellen an der Verlängerten Ackerstraße. Anwohner beklagten schon im vergangenen Jahr, dass die vorhandene Anlage vom Platz her nicht ausreiche und die auf den Schulbus wartenden Jugendlichen deshalb gezwungen seien, zum Teil auf der Straße zu stehen. Hierzu hatte Vize-Bürgermeister Dirk Wendland Ende vergangenen Jahres angekündigt, dass die Stadt erwäge, den Haltestellen-Bereich zu erweitern, was aber womöglich nur durch Grunderwerb möglich sei.
Langfristige Planung
Damit wäre das Vorhaben ein langwieriges Unterfangen. Anwohner fordern aus Gründen des Lärmschutzes hingegen die Verlegung der Haltestelle in den Bereich an der Industriestraße. Womöglich ergäben sich auch ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, sollte der Landkreis Oberhavel eine neue Förderschule für geistig Behinderten auf dem Schulcampus am Wesendorfer Weg bauen. Der jetzige Standort an der Marianne-Grunthal-Straße reicht perspektivisch nicht aus, um der Nachfrage nach Schulplätzen gerecht zu werden.
Der neue Schulcampus und die Folgen
Mit Beginn des Schuljahres 2018/19 zog die Exin-Oberschule von der Marianne-Grunthal-Straße ins Oberstufenzentrum am Wesendorfer Weg. Viele Schüler sind auf den Bus angewiesen.
Die Wartezeit auf den Bus verkürzen sich einige Schüler mit lauter Musik. Gelegentlich kommt es zu Raufereien, was Anwohner gerade in der Mittagszeit als störend empfinden.⇥red
