Denkmalschutz
: Sanierung des Gramzower Gutshauses macht Fortschritte

Eigentümer Hans-Wolfgang Hefele saniert das Gramzower Gutshaus. In diesem Jahr wurde die historische Treppe erneuert und ein Wasseranschluss gelegt.
Von
Matthias Henke
Gramzow
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  • Freut sich über Fortschritte: Hans-Wolfgang Hefele im Treppenhaus, das dieses Jahr erneuert wurde.

    Freut sich über Fortschritte: Hans-Wolfgang Hefele im Treppenhaus, das dieses Jahr erneuert wurde.

    Matthias Henke
  • Von außen: Die Westfassade kann sich bereits sehen lassen.

    Von außen: Die Westfassade kann sich bereits sehen lassen.

    Matthias Henke
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So genau beschreiben kann er das gar nicht. „Fast zwei Jahre bin ich immer wieder drumherum geschlichen und habe überlegt, ob ich es kaufe oder nicht. Es war kein Schnäppchen und ein Bekannter von mir, der Sachverständiger ist, hatte auch so seine Bedenken“, erinnert Hefele sich. Trotzdem kaufte der Allgemeinmediziner aus Bayern das Gutshaus 2012.

Und dann musste es plötzlich ganz schnell gehen. Die Schornsteine seien so marode gewesen, dass sie förmlich auseinanderbröselten und gebrochene Dachrinnen hatten dafür gesorgt, dass Feuchtigkeit eindrang und einige tragende Balken gefährlich  marode wurden. Diese Schäden galt es zu beheben. Insgesamt sei die Bausubstanz aber gut gewesen, auch wenn rückblickend betrachtet der Aufwand sich als größer herausstellte, als anfangs angenommen.

Zu DDR-Zeiten ein Dorfkonsum

In den Folgejahren ließ es Hefele daher etwas ruhiger angehen.Dennoch ist der Fortschritt deutlich zu erkennen – etwa an der Westfassade. Sie wurde bereits verputzt, die Fenster aufgearbeitet und mehrmals gestrichen. Momentan ist der Nordgiebel eingerüstet. Lediglich die Ostfassade, wo sich zu DDR-Zeiten der Eingang zum Dorfkonsum befand, vermittelt noch einen Eindruck, wie das Gutshaus vor Beginn der Sanierung ausgesehen hat – wenn man nicht, wie Hefele, in einen dicken Ordner mit einem denkmalpflegerischen Gutachten blättern kann, den die Fachleute vor Beginn der Arbeiten erstellten. „Ja, der Denkmalschutz ist Bürde und Verpflichtung zugleich“, sagte Hefele und lacht. "Aber man arrangiert sich.“ Schließlich wollen doch beide Seiten, dass es am Ende schön aussieht. Wenn man sich so einer ortsbildprägenden Immobilie annehme, tue man das auch nicht nur für sich selbst, findet der Hausherr.

Das Interesse im Ort an seinem Projekt sei groß. Beim jüngsten Dorffest konnte er 40 bis 50 Interessierte durch das Gutshaus führen. „Ich glaube so voll war es hier noch nie“, so Hefele. Gewiss, die Räume waren leer. Doch die alten Kachelöfen sind aufgearbeitet, jüngst wurden auch Wasser- und Abwasseranschluss gelegt. Letzterer führt in eine neue Grube nordwestlich des Hauses. Als „größte Freude“ bezeichnet Hefele die in diesem Jahr erneuerte Treppe. Die ursprüngliche Wanddekoration wurde von Fachleuten um Restaurator Jochen Hochsieder auch freigelegt.

Für die Zeit seiner Stippvisiten hat sich Hefele im „Kutscherhaus“ nebenan, einem früheren Wirtschaftsgebäude, eingerichtet. Wenn das Gutshaus fertig ist, will er dort seinen Ruhestand verbringen, zumindest einen Teil des Jahres. „Meine Frau stammt aus dem Allgäu und ist eher den Bergen zugetan“, so Hefele mit Blick darauf, dass die Brücken zur alten Heimat wohl doch nicht so schnell abgebrochen werden.

Ganz für sich und seine Frau will er das Gutshaus aber nicht. Ob sich ein Saal des Hauses für kleine Veranstaltungen nutzen lasse, müsse sich noch zeigen. „Mal gucken, was für Möglichkeiten es gibt. Ich würde es aber begrüßen, wenn es irgendwie zugänglich gemacht werden kann.“

Aus der Geschichte

Das Gutshaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Der Literat Alexander von Ungern-Sternberg, ein Schwager des Dannenwalder Schlossherrn Franz von Waldow, der ihm das Gramzower Gut vermacht hatte, verbrachte hier seine letzten Lebensjahre.

Ein Feuer wütete 1912.

Der Hof, heute eine Wiese, war früher gepflastert, ähnlich dem Zernikower Gutshof.⇥mhe