Deutscher Meister aus Gransee
: Florian Quade ist Deutschlands bester Maurer

Erfolgsstory aus Oberhavel: Florian Quade aus Stechlin krönt sich zum besten Maurer von Deutschland. Wie er und sein Ausbilder Marcel Rechner den Wettbewerb in Erfurt erlebten.
Von
Stefan Zwahr
Stechlin
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Deutsche Meisterschaften im Bauhandwerk in Erfurt: Florian Quade aus Stechlin ist der beste Maurer Deutschlands.

Petra Reidel

Der beste Nachwuchsmaurer von Deutschland kommt aus dem Landkreis Oberhavel. Florian Quade aus Stechlin triumphierte bei den nationalen Titelkämpfen im Bauhandwerk. Wie schaffte es der junge Mann in Erfurt auf das Treppchen? Und was sagt sein Ausbilder?

Nicht nur er ist stolz. Auch die Handwerkskammer Potsdam jubelt, zumal mit Julius Erfurth (Märkisch Linden) ein weiterer Brandenburger „dank eigenem Ehrgeiz und einer fundierten vorbildlichen Ausbildungsarbeit“ das Siegertreppchen erklomm, wie in mitgeteilt wird.

Das sagt Marcel Rechner über seinen Azubi

Sein Handwerk erlernte Florian Quade bei der Rechner Bau GmbH. „Für die Firma ist der Titel ihres Schützlings eine besondere Würdigung ihrer Ausbildungsleistung“, heißt es in der Mitteilung der Handwerkskammer, Interessenvertretung von über 17.400 Mitgliedsbetrieben und ihren mehr als 70.600 Beschäftigten in 137 Gewerken.

Für Firmenchef Marcel Rechner, der 2017 den achtköpfigen Baubetrieb von seinem Vater Klemens übernahm, sei Florian Quade der erste Auszubildende, den er zum Gesellenbrief führte. „Florian wusste schon in der achten Klasse, dass er Maurer werden wollte“, wird Rechner zitiert. „In der neunten und zehnten Klasse überzeugte er uns im Praktikum, der Lehrvertrag folgte. Jetzt ist er Deutscher Meister, das ist eine beeindruckende Leistung.“

Der Maurer– und Betonbauermeister begleitete Florian sogar zu den Wettkämpfen nach Thüringen — und lobt, dass Handwerkskammern und Innungen solche Vergleiche ermöglichen. Als Geschäftsführer und Inhaber des Unternehmens mache es ihn stolz, dass er mit seinem ersten Lehrling gleich „einen solchen Coup“ hinlegen konnte.

So erlebte Florian Quade den Wettbewerb

Für Florian ist der Deutsche Meistertitel ein Etappenziel auf seinem weiteren Weg. Im kommenden Jahr wird er in die Nationalmannschaft der Maurer berufen. Dabei bleibt er seinem Chef treu und verstärkt das Rechner–Bau–Team.

An den Titel hatte er während der Titelkämpfe — die offiziell als „Deutsche Meisterschaft im Handwerk — German Craft Skills“ bezeichnet werden — nicht gedacht. „Am Anfang des Wettbewerbs hatte ich noch kein gutes Gefühl. Aber am letzten Wettkampftag merkte ich langsam, dass es für das Treppchen reichen könnte“, wird Quade in einer Pressemitteilung des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes zitiert.

Diese Aufgaben warteten auf die Maurer

In Erfurt zeigten über 60 junge Handwerksgesellinnen und -gesellen (zugelassen waren die Landessieger der jeweiligen Bauhandwerke) ihr Können bei den 72. Deutschen Meisterschaften im Bauhandwerk. Je nach Gewerk (insgesamt gibt es 130 Handwerksberufe) traten sie in ein– bis dreitägigen Wettbewerben an.

Die Aufgabe der Maurer setzte sich aus vier Modulen zusammen, drei ergaben zusammen den Schriftzug „Erfurt“. Florian Quade aus Stechlin absolvierte die Aufgaben meisterlich.

Petra Reidel

Die Aufgabe der Maurer setzte sich aus vier Modulen zusammen, drei ergaben zusammen den Schriftzug „Erfurt“. Auf einem weiteren Modul musste die Jahreszahl 2023 liegend als Teppich gemauert werden. Die besondere Schwierigkeit bestand darin, die Rollschichten, verschiedenen Ebenen und Vorsprünge maßgenau herzustellen. Außerdem mussten drei verschiedene Arten von Fugenausbildungen ausgeführt werden — alles unter Zeitdruck.

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