Digital-Workshop: Um moderne Technik sinnvoll zu nutzen
Elektronische Geräte gebaut
„Wir wollen im Gedenken an den Mauerfall die Chance nutzen, die Probleme selbst mit in die Hand zu nehmen und unsere Gesellschaft positiv mitgestalten“, erklärt Domscheit-Berg, der seit zwei Jahren die Einrichtung im ehemaligen Bahnhof betreut. Der 41-jährige studierte Informatiker hat sich schon immer für Technik interessiert. Vor allem von der Elektronik, von Computern und deren Programmiertechnik zeigt er sich begeistert. Erst zu Hause, dann in Räumen der Schule hat er Kinder und Jugendliche an diese Technik herangeführt. Als die Räumlichkeiten im Fürstenberger Bahnhof, die früher Warteraum und Gaststätte waren, nicht mehr benötigt wurden, kam ihm das gelegen. Mit einigen Mitstreitern gründete Domscheit-Berg einen Verein, der jetzt Mieter der Räume ist.
Eva, eine 33-jährige Berlinerin, die als Koordinatorin im Verstehbahnhof mitarbeitet, sowie Wiebke (15), eine Schülerin aus dem mecklenburgischen Wustrow, üben sich am Sonnabend im Löten. Sie haben sich vorgenommen, einen sogenannten Blinker-Rocket zum Leben zu erwecken. „Dabei handelt es sich um ein Projekt aus Wien“, erklärt Domscheit-Berg. Sie sind nicht die Einzigen, die am Sonnabend zum Erfindertag gekommen sind. Auch Timo Schnelle und Michel Bürgel, zwei junge Männer, sind gerade dabei, einen Kasten für ein elektronisches Gerät zu bauen. Was es am Ende werden soll, das wollen beide noch nicht verraten. Ebenso gibt es zwei Frauen, die mit ihren Kindern Niamh und Noel gekommen sind, um sich von Paul Müller zeigen zu lassen, was es in der Werkstatt noch für interessante Dinge gibt.
„Unsere Werkstatt im Bahnhofsgebäude ist montags von 14 bis 17 Uhr für Jedermann geöffnet“, berichtet Domscheit-Berg. „An manchen Tagen sind das bis zu 15 Jugendliche.“ Dienstags und mittwochs ist je nach Bedarf geöffnet. Man muss sich halt anmelden und meist machen Gruppen von diesem Angebot Gebrauch. Außerdem ist jeweils am zweiten und vierten Sonnabend im Monat von 12 bis 17 Uhr geöffnet.
Werkstatt für Reparaturen
Die Möglichkeiten, sich in der offenen Werkstatt zu beschäftigen, sind sehr vielfältig. „Im Mittelpunkt der Bastelaktivitäten steht die klassische Elektronik. Aber auch das Programmieren, das Gravieren mittels Laser und die Arbeit mit 3-D-Druckern können die Kinder und Jugendlichen bei uns erlernen und dann ausprobieren“, sagt Domscheit-Berg, der nach eigenen Worten selbst ein „lebenslanger Lernender“ ist.
Doch das sei längst nicht alles, was der Verein anbietet. Da gibt es den ehemaligen Warteraum, der für Veranstaltungen genutzt werden kann und bis zu 35 Personen Platz bietet. „Besonders geeignet ist der für Schulklassen, die zu uns kommen.“ Und dann gibt es immer wieder neue Ideen und Angebote, mit der die offene Werkstatt und der Verstehbahnhof auf sich aufmerksam machen möchten. So lädt der Verein am Sonnabend, 16. November, zum ersten Reparaturcafé ein. „An diesem Tag können Leute mit kaputten Elektronik-Geräten zu uns kommen, und wir versuchen, diese wieder heil zu machen“, erklärt Daniel Domscheit-Berg. Außerdem wird über das Winterhalbjahr, beginnend am 13. November, ab 17 Uhr zu einem Brettspiele-Abend eingeladen. Dazu kann jeder einige Spiele mitbringen. Aber auch Spiele, wie Catan und Carcassonne, seien vorhanden. Mit der Resonanz am Sonnabend zeigte sich Domscheit-Berg zufrieden. „Der Tag bot eine gute Gelegenheit, die Werkstatt, aber auch die anderen Räumlichkeiten des Verstehbahnhofs Fürstenberg kennenzulernen und einen Eindruck von unserer Arbeit sowie unseren Angeboten zu bekommen.“
Ein Bahnhof und viele Möglichkeiten
Montags öffnet um 13.30 Uhr die offene Werkstatt für Kinder ab neun Jahren.
Reparieren geht über Konsumieren lautet das Motto ab kommenden Sonnabend.
In der Universität der Kinder werden Workshops zu unterschiedlichen Themen angeboten.
Weitere Infos unter verein@havellab.org⇥pilz

