Nicht zu viel versprochen hatten die Organisatoren der 666-Jahr-Feier Grünebergs, als sie vor Wochen einen rekordverdächtigen Festumzug angekündigt hatten. Die Vereine des Dorfes verwandelten die Dorfstraße in eine riesige Partymeile. Hunderte Schaulustige säumten bei bestem Spätsommerwetter die Straße, als sich der Umzug nach einem Festgottesdienst in der Dorfkirche in Bewegung setzte.
Unter anderem die Geschichte Grünebergs wurde auf den verschiedenen Motivwagen gezeigt. Historische Persönlichkeiten wie Albrecht der Bär und Bischof Dietrich erzählten dabei von ihrem Wirken in der Region. Vor 666 Jahren wurde Grüneberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Damals noch als „Grunenberg“, was 1356 so viel bedeutete wie: „Siedlung am grünen Berg“.
Ganz schön cool: Die Grüneberger haben es echt drauf, immer wieder für gute Laune zu sorgen.
Ganz schön cool: Die Grüneberger haben es echt drauf, immer wieder für gute Laune zu sorgen.
© Foto: Martin Risken

Die Grüneberger haben ihren guten Ruf mehr als verteidigt

Dass die Grüneberger feiern können, haben sie in der Vergangenheit mit dem Trecker-Treck und den großen Ernte-Dank-Umzügen schon hinlänglich bewiesen und sind weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Und diesem guten Ruf wurden die Grüneberger mal wieder mehr als gerecht. Viele Besucher waren voll des Lobes angesichts des großen Engagements.
Für historisches Ambiente sorgte unter anderem Löwenbergs Bürgermeister Bernd-Christian Schneck (rechts).
Für historisches Ambiente sorgte unter anderem Löwenbergs Bürgermeister Bernd-Christian Schneck (rechts).
© Foto: Martin Risken

Der Regionalmarkt lockte mit vielen Verkaufsbuden

Schon am Vormittag eröffnete die „Grüne Woche“ ihre Verkaufsbuden für die Besucher, die sich so mit allerlei Köstlichkeiten aus der Region auf das Fest einstimmen konnten. Weil die Grüne Woche in Berlin schon zweimal wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste, sollte der Regionalmarkt ein kleiner Ersatz sein. Der Landkreis Oberhavel hatte den Markt organisiert. 16 Anbieter zeigten, was die Region so alles an Spezialitäten und Handwerklichem zu bieten hat. Mit von der Partie waren unter anderem Richard‘s Wild, Filzschmuck Martens und der Apfelhof Wähnert genauso wie der Kreislandfrauenverein Oberhavel, Landwirt Koch aus Großmutz und die Agrar GmbH aus Kraatz, um nur einige der Firmen zu nennen. Eine Schrecksekunde gab es beim Festumzug, als das Pferd einer Reiterin einen Schritt nach hinten machte und dabei eine Sitzgarnitur erfasste. Glücklicherweise saß niemand dort. Pferd und Reiterin seien wohlauf. Ursache soll ein reiterlicher Fehler gewesen sein, hieß es am Sonntag.
Auch die Grüneberger Sportler zeigten, was sie können.
Auch die Grüneberger Sportler zeigten, was sie können.
© Foto: Martin Risken

Das Landespolizeiorchester sorgt für einen gelungenen Schlusspunkt

Ein Höhepunkt des Festes war ein Konzert mit dem Landespolizeiorchester Brandenburg zum Abschluss des offiziellen Teils. Zwischendurch gab das Blasorchester Sachsenhausen Kostproben seines Könnens. Mit ins Boot wurde von den Festorganisatoren auch der Bürgermeister von Liebenwalde, Jörn Lehmann, geholt. Ein Buch mit 70 Seiten zauberte er aus den historischen Unterlagen. Druckfrisch lag es in einer Auflage von 500 Exemplaren vor.

Ortsvorsteher zieht ein positives Fazit

Eines der schönsten Feste überhaupt habe Grüneberg am Sonnabend erlebt, zog am Sonntag (4. September) Ortsvorsteher Karl-Heinz Wacker ein äußerst positives Fazit. So viele glückliche Menschen habe er selten an einem Ort gesehen. Nach den Corona-Einschränkungen seien die Menschen offenbar hungrig nach Geselligkeit gewesen. Getanzt wurde auf dem Dorfanger dann noch bis 2 Uhr in der Nacht.