Dreister Umweltfrevel: Asbestabfälle mitten im Wald abgekippt

Riesensauerei: Gefährliche Asbest-Dachelemente wurden entsorgt. Die Behörden prüfen, wem die Fläche gehört.
Thomas PilzDer Ärger über den Umweltfrevel kochte während der Grünen–Wahlveranstaltung am Dienstag in der Alten Reederei hoch. Die Fürstenberger Ulrich Kasten und Michael Adebahr berichteten wütend über ihre Entdeckung.
Adebahr präzisierte am Freitag, dass die Entdeckung eigentlich seine Frau Evelin machte. Am 22. Januar bei einer ihrer täglichen Runden stolperte sie gleichsam über den gefährlichen Sondermüll, nachdem tags zuvor noch nichts dagelegen hatte — zahlreiche Elemente eines Asbestdaches lagen mitten auf dem Weg. „Da hat sich eine Entsorgungsfirma wohl gedacht, da könne man sich viel Geld sparen, die Sachen abtransportieren, aber nicht zu einer offiziellen Deponie bringen, um sie kostenpflichtig zu entsorgen, sondern einfach am Wegesrand abkippen“, mutmaßt Michael Adebahr, der bereits im Frühjahr 2015 an fast derselben Stelle große Müllhaufen entdeckte. Unweit des Weges, in unmittelbarer Nähe alter Fahrzeughallen des russischen Militärs, hatten Unbekannte einen Müllhaufen anwachsen lassen. Diverse blaue Plastiksäcke wurden damals dort abgeworfen, außerdem Baumaterial, Dachpappe, Fußbodenelemente, alte Furnier– oder Pressspan–Möbel und Inline–Skater.
Das ist nun auch zu befürchten, weiß Adebahr, Naturliebhaber und passionierter Ausdauersportler, der im Laufpark Stechlin engagiert ist. „Wo erst einmal ein Haufen entstanden ist, wird alsbald weiterer Unrat verklappt“, merkt er an.
Das weiß auch die Fürstenberger Stadtverwaltung — gleichwohl sei man an das geltende Recht gebunden, erklärt Bürgermeister Robert Philipp (parteilos). Zuallererst müsse ermittelt werden, wer der Eigentümer der Fläche ist, auf der sich der Asbest–Haufen befindet. „Wir haben bereits einen entsprechenden Hinweis per E–Mail erhalten, zurzeit wird das Thema bearbeitet“, versicherte der Bürgermeister.
Das bestätigt Irina Schmidt, Sprecherin des Landkreises. Die Lage der illegalen Deponie müsse zuerst geklärt werden, sagt sie, um den Eigentümer der Fläche zu informieren, bevor die Abfallbehörde die Entsorgung veranlasst.
Von der Bürokratie des Rechtsweges hält Michael Adebahr nicht viel. Er hofft, dass sich Zeugen melden, die zur Überführung der Täter beitragen. Er habe außerdem eine unkonventionelle Idee: „Wildkameras sollten in dem Bereich installiert werden, um die Missetäter auf frischer Tat zu ertappen“, meint er.