Eis in Fürstenberg: Verkauf kurz nach Start gestoppt - was der Landkreis bemängelt

Topfblumen und bunte Wimpelketten: Die Eismanufaktur „Nostalgisch“ startete erst kürzlich in idyllischer Umgebung am Berliner Berg in Fürstenberg. Doch kurz darauf erlebten die beiden Jungunternehmer eine böse Überraschung.
Martin Risken- Softeis-Start-up in Fürstenberg muss Verkauf stoppen – es fehlt die Baugenehmigung.
- Zwei Gründer, 18 und 19, starteten am 22. März mit Wagen an der „Alten Schule am Berg“.
- Der Standort liegt bei einem eingetragenen Denkmal, Umgebungsschutz könnte greifen.
- Landkreis erklärt: ortsfester Imbisswagen gilt als bauliche Anlage und braucht Genehmigung.
- Entscheidung dauert „etwa drei Monate“; Reisegewerbekarte als mögliche Zwischenlösung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ihr Markenzeichen: blaue Kittelschürzen. Ihr Produkt: Softeis in ausgefallenen Geschmacksrichtungen. Am 22. März um 12 Uhr gingen Theo Jonas (18) und Aron Wieding (19) in ihrem eigens für ihr Start-up hergerichteten Verkaufswagen in Fürstenberg an den Start.
Der Zuspruch war von Anfang an groß. Doch die Freude über den hoffnungsvollen Beginn währte nicht lange. Trotz akribischer Vorbereitung hatten die beiden jungen Männer ein entscheidendes Detail übersehen.
Wie sich erst im Nachhinein herausstellen sollte, fehlte ihnen die Baugenehmigung für das Aufstellen ihres Verkaufsanhängers. Dieser sollte seinen Platz vor der unter Denkmalschutz stehenden „Alten Schule am Berg“ finden. Womöglich durch eine anonyme Anzeige wurde das Bauordnungsamt Oranienburg auf den Eiswagen aufmerksam und verfügte daraufhin einen Verkaufsstopp.
Wagen steht vor einem eingetragenen Denkmal in Fürstenberg
„Unser Softeis-Stand bleibt vorerst geschlossen“, teilten die Jungunternehmer kurz darauf mit. „Der Hintergrund ist, dass aktuell noch eine baurechtliche Genehmigung geklärt wird. Wir nehmen uns kurz die Zeit, damit alles korrekt läuft.“ Aron und Theo bitten um Verständnis und wollen ihre Kundschaft informieren, sobald sie wieder starten können.
Wann das sein wird? Hoffnung auf eine schnelle, unbürokratische Klärung kann der Landkreis Oberhavel nicht machen. Ob überhaupt am bisherigen Standort der Softeisverkauf noch einmal starten kann, ist auch wegen des Denkmalschutzes fraglich. Denn die „Villa mit Terrasse und Auffahrt“ ist ein eingetragenes Denkmal, hier gilt womöglich Umgebungsschutz.
Die frühere Berufsschule in der Berliner Straße 85, zwischen Feuerwache und städtischem Bauhof idyllisch in grüner Umgebung gelegen, ist vor einigen Jahren mit großem Aufwand saniert worden. Ein richtiges Schmuckstück ist daraus geworden. Und der Eiswagen steht etwas unterhalb der Villa, hinter einem Zaun, auf privatem Grund und Boden.
Der Wagen ist von der Berliner Straße aus (B96) gut zu sehen. Bunte Wimpelketten und Topfblumen vor dem Verkaufsstand sorgen für ein angenehmes Ambiente am blau-weißen Verkaufswagen. Der Eindruck: Hier kommt man auch an heißen Sommertagen gerne hin, um ein Eis zu schlecken. Neben Vanille und Schokolade sollte es auch eher ausgefallene Sorten wie Kokosnuss oder Honigmelone geben. Und alles zu zivilen Preisen. Die kleinste Portion kostet zwei Euro, die größte vier, wie der Aushang verrät.
Reisegewerbekarte könnte das Start-up kurzfristig retten
Für anspruchsvollere Kunden soll es ausgewählte Eisspezialitäten geben: Früchtebecher mit Erdbeeren, Kirschen oder Pfirsich, den „Schwedenbecher“ mit Pflaumenmus und Eierlikör oder „Othello“, ebenfalls eine Spezialität mit Eierlikör. Wie die schmecken? Das werden die Fürstenberger womöglich nicht mehr in dieser Saison erfahren, es sei denn, Theo und Aron beantragen eine Reisegewerbekarte, um an wechselnden Standorten ihr Softeis anzubieten. Zumindest spielen sie mit diesem Gedanken, um ihr Start-up zu retten.
„Die Brandenburgische Bauordnung gibt vor, dass ein Imbisswagen, der überwiegend ortsfest genutzt wird, also an einem Ort steht, als bauliche Anlage gilt. Deshalb ist – anders als bei kurzzeitigen Verkaufsständen auf Märkten oder Festen – eine Baugenehmigung nötig“, klärt die Sprecherin des Landkreises Oberhavel, Mandy Oys, auf, warum für den jetzigen Standort an der alten Schule eine Genehmigung erforderlich ist.
Und so schnell wird die nicht vorliegen. „Wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen, dauert es bis zur Erteilung einer Baugenehmigung in der Regel etwa drei Monate“, macht Oys wenig Hoffnung auf eine baldige Wiederaufnahme des Eisverkaufs.

