Erdgas: Experten betonen Fördersicherheit zwischen Zehdenick und Templin

Hartnäckiger Protest: Selbst Schmuddelwetter hielt am Montagabend rund 200 Protestierende nicht davon ab, gegen die geplante Erdgasförderung Position zu beziehen. Drinnen tauschten sich Befürworter und Gegner in sachlicher Atmosphäre über das Reizthema aus.
Martin RiskenBereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn im Speisesaal der Linden–Grundschule Zehdenick harrten rund 200 Gegner der geplanten Erdgasförderung bei strömendem Regen mit Transparenten vor dem Sitzungssaal aus. Neben einigen Polizeibeamten sorgten auch von der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren Zehdenick–Templin–Gransee“ gestellte Ordnungskräfte für einen reibungslosen Verlauf der zweistündigen Veranstaltung, zu der lediglich geladene Gäste zugelassen waren. Die Initiative zu der Veranstaltung war von den Stadtverordneten ausgegangen, die sich ein umfassendes Bild über Vor– und Nachteile der Erdgasförderung machen wollten. Die Protestierenden bildeten vor der Tür das „schweigende Spalier“, durch das die Teilnehmer der Runde gehen sollten.
Experten wie Dr. Marco Bohnhoff vom Geoforschungszentrum Potsdam betonten die hohe Fördersicherheit von Erdgas. Die Gefahr für Erdbeben sei eher gering. Erdbeben, wie sie meist erst zehn bis 15 Jahre nach Förderbeginn auftreten könnten, wären aber zu schwach, um Schäden an Gebäuden zu verursachen. Die von Vertreter der Bürgerinitiative vorgetragenen Befürchtungen, dass bei der Erdgasförderung Schwermetalle oder andere Giftstoffe an die Umwelt abgegeben werden könnten, versuchte Lars Nydahl Jørgensen von der Jasper Resources zu zerstreuen. Der Repräsentant des niederländisch–deutschen Unternehmens, das in der Region Zehdenick Gas fördern möchte, machte deutlich, dass der Förderprozess in sich geschlossen sei. Außerdem werde die Förderung unter den strengen Auflagen des deutschen Gesetzgebers erfolgen.
Zum weiteren Genehmigungsverfahren äußerte sich Dr. Thomas Höding vom Landesbergamt Cottbus. Sollte Jasper Resources eine Probebohrung beantragen, werde auch die Stadt Zehdenick als ein Träger öffentlicher Belange dazu angehört. Eine Ablehnung müsse, damit sie Wirkung entfalten kann, aber rechtlich begründet werden. Bislang liege noch kein Antrag auf Probebohrung vor, weil Jasper Resources zunächst die Ergebnisse der seismischen Untersuchungen auswerte.
