Erdgassuche: Widersprüche machen BI misstrauisch

Das Interesse an der Arbeit der BI "Gegen Gasbohren" ist weiterhin groß: Erstmalig tagte das Gremium in Zehdenick.
Wolfgang GumprichUnd der Sprecher ergänzt: „Wir kennen die Gefahren“. Zum ersten Mal seit ihrer Gründung Ende Januar tagte die BI in Zehdenick. Zuvor fanden zwei Versammlungen im Saal der Naturtherme Templin statt. Jeweils mehrere Hunderte Einwohner aus der Region versammelten sich dort.
Die BI hatte zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen, um nach Templin und Gransee auch die Zehdenicker zum Ausstauch und Gespräch zu bitten, wie Mareike Wolski zur Begrüßung sagte. Ralph Riesenberg fasste einen Vortrag zusammen, der bereits im Januar in Templin gehalten wurde. Er wies auf die Widersprüche hin; so hätten Vertreter von Jasper Resources von einem großporigen Gestein gesprochen, in dem das Erdgas in 4 000 Meter Tiefe lagere. Am Runden Tisch hätte jedoch der Vertreter des Bergamts von feinporigem Gestein gesprochen, Dieses müsste, so Riesenberg, mit viel mehr Druck an die Oberfläche gepumpt werden, mit der Folge, dass es Risse oder sogar Erdbeben geben werde.
Das Berggesetz bezeichnete er als „den großen Gegner“, weil es über allen anderen Gesetzen stehe und unter anderem regele, dass bis zu einhundert Meter an Bebauung gefördert werden dürfe, so mache man „nähere Bekanntschaft mit Mr. Krebs“. Weiter gehe eine Gefahr von den Rohren und dem Zement aus, die in die Erde gebracht würden. Auf Dauer würden sie porös und die Bohrschlämme drängten ins Grundwasser ein. Weiter sprach Riesenberg vom Profit, den Investoren hinter Jasper Resources gehe es gar nicht ums Gas; als von der BI geschätzte Summe nannte er rund 12,5 Milliarden Euro, die von der Gasförderung erwartet würden. Wegen der Doppelbesteuerung würde auch keine Gewerbesteuer — wie vom Unternehmen angegeben — in der Region bleiben, vielmehr flösse es an den Sitz des Unternehmens in die Niederlande.
Bürgermeisterkandidat Bert Kronenberg (parteilos) wies auf Holzhackschnitzel als eine andere Art der Energiegewinnung hin, dabei bliebe die Wertschöpfung in der Region.
BI–Sprecherin Kyra Marald rief die Grundeigentümer auf, der Firma Jasper keine Fläche oder Wege zu verpachten, um die Bohrungen zu verhindern.
Sprecher Riesenberg fasste die Informationen zusammen: „Das Gasbohren schädigt die Umwelt, die Menschen und deren Einnahmequelle, den Tourismus“. Als nächstes plant die BI eine große Demonstration, die am Sonnabend, 6. April, um 14 Uhr vor dem Rathaus in Zehdenick beginnen soll. Dabei soll der Druck insbesondere auf das Land Brandenburg verstärkt werden (wg)