Der SVA hatte in der zurückliegenden Oberliga-Saison den siebten Tabellenplatz belegt, zog sich dann aber freiwillig aus der fünfthöchsten Spielklasse zurück. Folge: Zahlreiche Spieler verließen den Verein. Borkowski, der am Mittwochabend zum Start in die Vorbereitung geladen hatte, vermag noch nicht zu sagen, wie seine Mannschaft letztendlich aussehen wird. "Es wird noch etwas passieren müssen. Wir sind in ganz guten Gesprächen."
Handlungsbedarf sieht der Trainer der Altlüdersdorfer – der einräumt, aufgrund einiger offener Fragen ein Stück weit angespannt zu sein – vor allem im Offensivbereich. "Da haben wir enorm an Qualität verloren. Wenn wir oben überhaupt mitspielen wollen, brauchen wir zwei neue Stürmer." Im Defensivverbund habe man hingegen "nichts verloren, was wir nicht ersetzen können". Für das Mittelfeld seinen mit den Riehl-Brüdern Alternativen geholt worden.
Wenngleich es noch einiges zu tun geben würde, sagt Borkowski: "Ich sehe uns eigentlich ganz gut aufgestellt. Wir sind kein Kanonenfutter." Während seiner Zeit in Falkensee konnte der Coach schon Brandenburliga-Luft schnuppern. "Ich glaube, dass die Liga ihre Reize hat. Allein durch die Nähe zu den anderen Mannschaften gibt es einen größeren Reiz für die Zuschauer. Wir werden mehr Zuspruch bekommen."
Und was geht in sportlicher Hinsicht? "Als Absteiger sind wir die gejagte Mannschaft, die sich beweisen muss." Und gefordert werden die Lila-Weißen von Anfang an. "Das Startprogramm ist nicht einfach." Los geht es bei Eintracht Miersdorf/Zeuthen. "Es ist das Schlimmste, was du haben kannst, beim Aufsteiger zu beginnen. Dann geht es gegen den FSV Bernau und in Sachsenhausen weiter. Erst nach sechs Spielen werden wir wissen, wo es hingeht." In der Spitze sei die Liga sowieso gut. "Wir werden den Kopf voll haben. Es wird eine riesengroße Aufgabe, sich im oberen Drittel etablieren zu können."
Bis zum ersten Punktspiel vergehen noch 37 Tage. Bis dahin werde die Vorbereitung nicht anders als in den Vorjahren aussehen. "Ich  werde nicht anders trainieren, muss aber sicherlich die Ansprüche ein bisschen zurückschrauben." Auch, weil diverse Spieler aus der abgemeldeten zweiten Mannschaft den Sprung in den Kader schafften. "Es ist die größte Aufgabe, alle Spieler auf ein Level zu bekommen – und dann über die Saison bei Laune zu halten." Durch das Fehlen einer zweiten Mannschaft hätten Spieler, die es nicht in den Kader schaffen, keine Einsatzmöglichkeit. "Da kann es Probleme geben", so Borkowski. Dieser will mit einem 25 Spieler umfassenden Kader (darunter drei Torhüter) arbeiten. "20 Feldspieler brauchst du mindestens. Wir wissen, was alles passieren kann."
Das erste Testspiel bestreitet der SV Altlüdersdorf am Freitag kommender Woche auf eigenem Platz gegen Chemie Premnitz. Danach folgen Vergleiche mit Berlin- und Landesligisten. "Ich hätte gern gegen einige höherklassige Mannschaften gespielt. Das hat sich nicht ergeben", bedauert der Übungsleiter. "Ich spiele lieber gegen Teams aus höheren Ligen. Das ist zwar für den Kopf nicht gut, weil es nicht automatisch Erfolgserlebnisse gibt, hilft insgesamt aber weiter."

Personelle Entwicklungen


Nach dem Rückzug aus der Oberliga gibt es beim SV Altlüdersdorf einige personelle Veränderungen.

Den Verein verlassen haben unter anderem die Leistungsträger Hrachik Gevorgyan, Jakub Klimko, Kevin Owczarek, Chris Stoeter, Ricky Djan-Okai und Kamil Zielinski.

Als Neuzugänge wurden bislang Alexander und Florian Riehl präsentiert, die vom MSV Neuruppin an die Gasse kommen. Zudem rutschen diverse Spieler in den Kader, die bislang für die zweite Mannschaft in der Landesklasse spielten. sz