Die Japser Resources (JR) hat beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) Brandenburg in Cottbus einen Antrag auf Verlängerung der zum 9. November dieses Jahres auslaufenden Aufsuchungserlaubnis für das Feld Zehdenick-Nord beantragt.

Noch ist nichts entschieden beim LBGR

„Wir haben beim Landesbergamt jetzt nachgefragt, wie es weitergeht. Uns wurde mitgeteilt, dass JR bereits Ende Juni einen Antrag gestellt hat, hier auch weiterhin nach Erdgas suchen zu dürfen. Entschieden ist aber noch nichts“, teilt Ralph Riesenberg als Sprecher der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren Zehdenick-Templin-Gransee“ mit. „Wir werden jetzt noch genauer hinschauen. Die Firma ist gewaltig in Verzug mit den geplanten Arbeiten. Um genau zu wissen, welchen Methangehalt und andere Bestandteile das Gas hier hat, ist eine Probebohrung vorgesehen. Diese Bohrung kostet mindestens 20 Millionen Euro“, ergänzt Riesenberg.

Ausreichend Geld muss nachgewiesen werden

Nach dem Bergrecht müsse das Unternehmen glaubhaft machen, dass dieses Geld schon jetzt vorhanden sei. Der Behörde in Cottbus müssten Kreditzusagen, Bankbürgschaften oder Bilanzen vorgelegt werden, die mindestens 20 Millionen Euro an finanziellen Mitteln nachweisen. Es werde nicht nur Geld benötigt, um die Bohrung niederzubringen, sondern auch Geld zum sicheren Verschluss des Bohrlochs und zur Wiedernutzbarmachung der Oberfläche.
In einem Medienbeitrag begründete Thomas Tygesen, General-Manager der niederländischen Firma Jasper Resources B.V., den Verzug laut BI so: „Wir müssen sechs bis zehn Millionen Euro bezahlen, um eine Bohrung durchführen zu können. Da müssen wir wissen, ob es sich lohnt (....) und unter jedem Stein suchen.“

Weiter Zweifel an der Zuverlässigkeit des Unternehmens

Die BI hat allerdings große Zweifel, ob diese Summe tatsächlich ausreichen wird. „Der von Tygesen ins Spiel gebrachte Betrag muss allerdings sehr verblüffen. Vor fünf Jahren mussten in der Lausitz noch 15 Millionen Euro aufgewendet werden und das bei lediglich 2850 Metern Bohrtiefe. Wenn in der Nähe von Zehdenick mehr als 4000 Meter beabsichtigt sind, liegen die Kosten bei 20 Millionen Euro oder sogar höher.“ Es stelle sich daher die Frage, warum Jasper hier so tief stapelt oder ob das LBGR diesen Betrag für ausreichend hält. „Der Punkt ist doch, wie viel oder wie wenig unsere Region der Behörde in Cottbus sowie der Landesregierung in Sachen Liquiditätsnachweis wert ist – vor allem, wenn Folgeschäden eintreten“, so Riesenberg.
Überhaupt hat die BI große Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. „Ein Blick in die Dokumente der niederländischen Handelskammer zeigt, dass der Jahresabschluss der geldgebenden Mutterfirma für das Jahr 2018 weiterhin fehlt, und zwar bereits seit neun Monaten. Mit Corona hat das nichts zu tun, denn die Abgabefrist war der 31. Dezember 2019. Für uns gibt es deshalb nicht nur erhebliche Zweifel an der Liquidität der Firma, sondern durch den erheblichen Verzug bei der Erkundung der Lagerstätte auch an der Zuverlässigkeit des Unternehmens“, so Riesenberg.

Antworten von der Landesregierung erwartet

Die Bürgerinitiative erwarte nun vom Landesbergamt und dem Wirtschaftsministerium in Brandenburg, dass bei der Prüfung des Verlängerungsantrages allen Anforderungen des Berggesetzes entsprochen werde und gesetzeskonform über den Antrag entschieden wird. Die Firma Jasper Resources, die in der Zehdenick ein Büro unterhält, hat sich bislang ncht zu den Vorwürfen geäußert. Die Beantwortung von Fragen dieser Zeitung steht noch aus.