Gesellschaft
: Visionen für die Gemeinde

Christine Gebert ist die neue Pfarrerin in Herzberg. Ihr Ziel ist es, dass die Gemeindeglieder viel von sich einbringen können.
Von
Brian Kehnscherper
Grieben
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Neu in Herzberg: Christine Gebert will bald alle Gemeinden des Pfarrsprengels besucht haben.

Brian Kehnscherper

Das Pendeln ist nicht so schlimm, wie die 31–Jährige es sich vorgestellt hat. Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten in Falkensee. An die täglichen Autofahrten hat sie sich bereits gewöhnt. Seit Mitte Februar ist sie nun schon in Herzberg. „Noch bin ich dabei, erst einmal die Ohren aufzusperren. Ich möchte erst richtig ankommen  und die Bedürfnisse der Gemeinde kennenlernen“, sagt sie. Sowieso ist es das Mit–einander in der Gemeinde, das sie zu ihrer Berufswahl gebracht hat. „Ich hatte wohl einen inspirierenden Religionsunterricht“, sagt Christine Gebert auf die Frage, was sie dazu brachte, Pfarrerin zu werden.

Als Kind wurde sie christlich erzogen, feierte ihre Konfirmation in Walsleben. Jedoch begann sie nach ihrem Abi­tur am Evangelischen Gymnasium Neuruppin zuerst, Religion und Latein auf Lehramt zu studieren. Dabei bemerkte sie ihr großes Interesse an Theologie und sattelte um. „Ich wollte da aber noch immer nicht ins Pfarramt.

Ich dachte, irgendetwas Interessantes wird sich finden.“ Durch Praktika in der Seelsorge und in Kirchengemeinden merkte sie jedoch, dass ihr das Spaß bereitet. „Eine Rolle spielt, dass die Menschen viel von sich einbringen können. Das macht das Gemeindeleben aus“, sagt sie.

Eine der mental belastendsten Aufgaben ihres Berufes, bringe auch einige der schönsten Seiten: die Seelsorge. „Wenn man jemanden begleitet, der krank ist oder im Sterben liegt, geht es an die existenziellen Fragen. Es gibt aber auch schöne, erhellende Momente. Man merkt, man kann den Angehörigen viel Trost spenden.“

Zu Christine Geberts Pfarrsprengel gehören acht Dörfer mit fünf Kirchengemeinden, darunter Glambeck und Grieben. Noch sei sie nicht in jedem Ort gewesen. Mit drei von fünf Gemeindekirchenräten habe sie bereits zusammengesessen. „Gerade bin ich noch dabei, mich zu ordnen und Prioritäten zu setzen.“ Dabei wird auch geguckt, wie die Arbeit zwischen ihr, dem Lindower Pfarrer Holger Baum, dem Gemeindepädagogen Dirk Bock und der Kantorin Karin Baum aufgeteilt wird.

Eine Herausforderung für die junge Pfarrerin ist, dass sich die Kirche im ländlichen Raum vor einem Umbruch befindet. Aufgrund sinkender Gemeindemitglieder–Zahlen und Nachwuchsproblemen bei Geistlichen müssen die Strukturen angepasst werden. „Ich nehme aber nicht wahr, dass etwas stirbt, sondern, dass sich etwas verändert. Es ist die Chance, auch etwas zu bewegen.“ Sie stellt sich die Frage, wie ein gutes Leben im dünn besiedelten, ländlichen Raum aussehen kann, und was sie dazu beitragen kann. Wichtig ist ihr dabei: „Was gestaltet wird, muss mit der Gemeinde gestaltet werden. Ich möchte gemeinsam mit der Gemeinde sehen, was unsere Vision sein kann.“

Aus diesem Grund möchte sie vor Ablauf dieses Monats mit allen Kirchenräten gesprochen haben.

Bei einem Begrüßungsgottesdienst wird Christine Gebert am Sonntag, 7. April, offiziell vorgestellt. Er beginnt um 14 Uhr in der Herzberger Kirche. An–schließend wird zum gemütlichen Beisammensein in das Pfarrhaus einge–laden.