Großbrand: Feuerwehrleute in Klein-Mutz am absoluten Limit
In den Scheunen selbst wurde und wird das Stroh von oben mit Wasser gelöscht, damit das Feuer nicht offen ausbricht. „Das Wasser dringt aber nicht in die gepressten Ballen ein, die weiter glühen. Wir müssen sie deshalb im Freien Stück für Stück auseinandernehmen und löschen. Und das dauert“, erläutert Leege, dem man die Strapazen ansieht. Wie auch Frank Lange, seinem Stellvertreter.
Inzwischen fädeln sich die Fürstenberger in die Löscharbeiten sorgfältig ein – Dirk Stolpe, Stadtbrandmeister in Fürstenberg, ist mit einer Einsatzgruppe bereit, einzugreifen.
„Abgelöst werden wir am Nachmittag voraussichtlich von den Bredereicher Einsatzkräften“, erläutert Stolpe. Inzwischen legt sich bei dem Einsatzleiter die Anspannung sichtlich. Das Feuer sei so gut wie unter Kontrolle, langwierig sei es aber, die einzelnen Heu- und Strohballen sicher zu löschen. „Jedesmal wenn wir einen Ballen anheben, kommt Sauerstoff an ihn heran, und er entzündet sich“, erläuterte der Einsatzleiter.
Erschwert wurden die Löscharbeiten am Donnerstagnachmittag außerdem, weil in Mildenberg auf einem Feld plötzlich eine Strohpresse in Flammen stand und 3 000 Quadratmeter Stoppelfeld brannte. Um 17.30 Uhr habe man drei Fahrzeuge abkommandieren müssen, zum Glück sei man von Löwenberger und Fürstenberger Kameraden unterstützt worden.
Unermesslicher Schaden
„Dass wir das alles jetzt gut im Griff haben, liegt aber auch an der Unterstützung von außen“, betont Leege. Der Essensanbieter Löwen-Menü aus Löwenberg habe keine Sekunde gezögert und alle Einsatzkräfte ausreichend mit Verpflegung versorgt. Ebenso die Bäckerei Stadige aus Bergsdorf. Und selbstverständlich der Kneiper des Ortes, Lutz Michael, habe für ausreichend Mineralwasser gesorgt.
Abgesehen von den Betroffenen selbst, der Familie Paries, die in jeder Weise hilfreich sei. So dass man unweit des Bürotraktes an der Einfahrt zum Hof einen Essensbereich einrichten konnte. Andreas Paries betont denn auch, man könne nur froh sein, dass es so viele Menschen gebe, die in ihrer Freizeit so aufopferungsvoll anderen Menschen helfen. „Ich möchte mich im Namen meiner Familie ausdrücklich bei den Einsatzkräften bedanken, denn sie haben Schlimmeres verhindert“, erklärte der 38-Jährige Mitbetreiber des Hofes. Zum Beispiel konnten 400 Milchkühe gerettet werden, auch die Nachzucht. Gleichwohl stehe man nun vor einem riesigen Problem, so Paris.
Die komplette Heumahd der letzten Wochen, die unlängst eingebracht wurde, „und wir reden hier von 1 500 Hektar Fläche“ sei von dem Feuer vernichtet worden. „Nun haben wir das Problem, sofort Futter für die Tiere besorgen zu müssen“. Zumal die nächste Mahd in ein paar Wochen nicht mehr die Qualität habe, die man benötige.
Der finanzielle Schaden? Der sei, abgesehen vom moralischen, unermesslich, könne aber zurzeit nicht beziffert werden. Erst wenn der Brand endgültig gelöscht ist, die Kripo ihre Arbeit gemacht habe, könne die Versicherung tätig werden und kalkulieren, erklärt der Bauer.
Gebäudein Gefahr
2 Scheunen sind bei dem Feuer niedergebrannt. Weitere Gebäude drohten in Flammen aufzugehen. Der Brand wurde am Mittwoch gegen 16 Uhr gemeldet.
11 Anwohner mussten zwischenzeitlich ihre Häuser verlassen, die Fenster im Dorf mussten geschlossen gehalten werden.⇥pilz



