Das Lernen außerhalb der Schule soll in Zehdenick auch den Schülerinnen und Schülern ermöglicht werden, die zurzeit noch keinen Computer haben und wo sich die Eltern aus finanziellen Gründen ein solches Gerät nicht leisten können.
Recht kurzfristig konnte die Stadtverwaltung Zehdenick auf ein Förderprogramm des Landes Brandenburg zurückgreifen, das die Beschaffung von mobilen Geräten ermöglicht. Bis Jahresende sollen die Laptops mit entsprechendem Zubehör geliefert und womöglich schnell an die Schüler verteilt werden, damit sie auch von zu Hause aus auf die Schulcloud zugreifen können.

Großes Interesse von Anbietern

Das Interesse von Anbietern an der Ausschreibung war groß. Insgesamt gaben 14 ein Angebot ab. Den Zuschlag erhielt die IT Media Consult AG aus Züsch in Rheinland-Pfalz, die das wirtschaftlichstes Angebot abgegeben hatte. Das Unternehmen muss die Geräte nun bis zum 31. Dezember liefern. Der vergebene Auftrag hat ein Volumen von knapp 84.000 Euro.

Schulen vor Ort übernehmen die Verteilung

Die Verteilung erfolgt nach der Bedarfsanalyse durch die Schulen selbst. Grundsätzlich sollen die im Rahmen des „Ausstattungsprogramms mobile Endgeräte“ beschafften Laptops den Schülerinnen und Schülern im Wege der Ausleihe zur Verfügung gestellt werden.
Die Grundschulen der Stadt Zehdenick hatten zuvor einen Gesamtbedarf von 129 Geräten angemeldet. „Diese Geräte sollen im Wesentlichen zur Nutzung durch die Schülerinnen und Schüler zu Hause bestimmt sein, aber auch in der Schule genutzt werden können“, teilte Fachdienstleiterin Bianca Bewersdorf von der Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. Dass die Geräte auch wie vorgesehen genutzt werden können, daran hat sie keinen Zweifel. „Die Kinder nutzen für den Unterricht eine Schulcloud. Dafür bedarf es einer Internetverbindung und eines internetfähiges Geräts“, so Bewersdorf.

Aufgaben werden über die Schul-Cloud verteilt

Die Schul-Cloud Brandenburg ist nach Angaben des Bildungsministeriums „eine leicht bedienbare digitale Lern- und Arbeitsumgebung, auf die Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler orts-, zeit- und endgeräteunabhängig zugreifen können. Sie schafft die technische Grundlage dafür, moderne digitale Lehr- und Lerninhalte in jedem Unterrichtsfach sicher nutzen zu können – das gilt auch in Zeiten der Untersagung von Unterrichtserteilung an den Schulen“. Und genau das ist am Montag eingetreten: Bis zum Beginn der Weihnachtsferien am 18. Dezember ist der Präsenzunterricht ausgesetzt. In der Woche vom 4. bis 10. Januar findet beispielsweise in der Havelland-Grundschule ausschließlich Distanzunterricht statt.

Technische Probleme dürfte es keine geben

Zumindest die technischen Voraussetzungen, um auf die Cloud zugreifen zu können, biete die Stadt Zehdenick als Schulträgerin an allen ihren Standorten an. Das bedeute, eine Nutzung der Geräte sei unabhängig vom Arbeitsstand der Maßnahmen aus dem Digitalpakt des Bundes möglich. Mitte August hatte die Verwaltung den Fördermittelantrag für die Umsetzung des Digitalpakts fristgerecht eingereicht. Mit dem Geld sollen die Schulen fitter gemacht werden für das Arbeit mit IT-Technik.

Schule hält Aufgaben auf Papier bereit

Probleme können dennoch im Einzelfall auftreten. Dafür haben die meisten Schulen auch einen Plan B. So weist die Linden-Grundschule darauf hin: „Wer die Cloud nicht nutzen kann, ruft bitte in der Schule an und kann dann nach Absprache die Papierform vom vorbereiteten Tisch im Foyer abholen.“