In seinen zwei Hundejahren hat „Dicker“ schon einiges erlebt. Den Namen bekam die Bulldogge von ihren Besitzern. Dabei ist der Hund gar nicht dick, eher kompakt und ein Kraftpaket – ganz typisch für eine New English Bulldogge. „Dicker“ klingt nach einem liebevollen Spitznamen, ganz so, als sei der Hund einmal bewusst angeschafft worden. Doch die Tierliebe endete abrupt.
Dem weiß-braunen Hund ist auf den ersten Blick nicht anzusehen, dass er leidet. Jedoch ist es zu hören. Es knackt in den Hinterläufen, wenn er sich bewegt. Auch steht und sitzt er etwas unnormal. Kein Wunder, denn in beiden Hinterbeine hat „Dicker“ einen Sehnenriss. Woher, ist unklar. Aber er hat Schmerzen. Zum Vergleich: Es ist so, als hätte ein Mensch einen Sehnenschaden im Knie. Manche Bewegungen gehen nicht mehr. Mensch wie Hund humpeln dann. „Er hat Dauerschmerzen“, sagt Maria Erler, die neue Vorsitzende des Tierheims in Tornow.
Maria Erler aus Falkenthal hat die Tierheim-Leitung von Ellen Handke übernommen, die leider erkrankt ist.
Maria Erler aus Falkenthal hat die Tierheim-Leitung von Ellen Handke übernommen, die leider erkrankt ist.
© Foto: Burkhard Keeve

Der Hund sollte sterben

Vor gut einer Woche hat sie einen Anruf von einem Tierarzt, mit dem der Tierschutzverein Oberhavel zusammenarbeitet, erhalten.
Die Besitzer von „Dicker“ seien bei ihm, um den Hund einschläfern zu lassen. Sie wollten den Hund nicht behandeln lassen, sondern loswerden. „Der Tierarzt hat sich geweigert. ,Dicker‘ ist erst zwei Jahre alt und bis auf den Sehnenschaden topfit. Außerdem kann eine OP dem Hund helfen“, so Maria Erler. Doch die Besitzer „konnten oder wollten die Operationen nicht bezahlen.“ Auch Tierärzte in Berlin hätten es abgelehnt, den Hund einzuschläfern.
Tatsächlich ist eine solche OP teuer. Der Eingriff kostet normalerweise 1800 Euro. Bei „Dicker“ sind zwei Eingriffe erforderlich. Am Mittwoch (16. November) kommt der Hund zum ersten Mal unters Messer. Dann muss er sich acht Wochen erholen, bis die zweite Operation folgen kann. Gut 3000 Euro gibt der Tierschutzverein für den Hund aus.
Die neue Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberhavel, Maria Erler (35), war vorher drei Jahre leitende Tierpflegerin in Tornow.
Die neue Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberhavel, Maria Erler (35), war vorher drei Jahre leitende Tierpflegerin in Tornow.
© Foto: Burkhard Keeve
Trotz des Sonderpreises für den Verein ist das viel Geld. „Wir hoffen dabei auf Spenden“, sagt die Tierheim-Chefin. Aber den Hund nicht aufzunehmen, sei keine Option gewesen. „Dicker“ sei ein sehr freundlicher Hund. Er mag Kinder und andere Hunde, nur mit Katzen hat er seine Probleme. „Wenn er gesund ist, können wir ihn gut vermitteln“, ist Maria Erler überzeugt.
Oberhavels Tierheim liegt Tornow, an der frisch sanierten Kreisstraße K 6520, der Blumenower Straße 3.
Oberhavels Tierheim liegt Tornow, an der frisch sanierten Kreisstraße K 6520, der Blumenower Straße 3.
© Foto: Burkhard Keeve

Tierschutzverein rät Hundebesitzern zu Versicherungen

Um auf solche Notfälle, die ins Geld gehen, vorbereitet zu sein, rät sie allen Hundebesitzern zu einer Versicherung für Operationen oder Tierarzt-Kosten. „Gerade jetzt, wo die Tierarzt-Kosten um die Hälfte steigen werden, wird das immer wichtiger“, sagt Maria Erler.
Die steigenden Tierarzt-Ausgaben werden ab 22. November auch für den Tierschutzverein Oberhavel mit seinem Tierheim in Tornow bei Fürstenberg zum Problem. Grund für die Kostenerhöhung ist die neue Gebührenordnung. Die alte Ordnung stammt aus dem Jahr 1999. Jetzt ist sie aktualisiert worden. In der Gebührenordnung wird festgelegt, für welche Leistung Tierärzte wie viel berechnen dürfen. An diesen Kosten hatte sich seit mehr als 20 Jahren nichts geändert.
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