Auch der Wunsch, den Zug auf der kürzeren Strecke nach Gesundbrunnen statt über Hohenschönhausen und Lichtenberg nach Ostkreuz fahren zu lassen, erscheint wegen der Ziele beider Länder als abwegig. Denn auch zwischen dem Osten Berlins und Oberhavel sind viele Pendler unterwegs. Für das Ziel Gesundbrunnen besteht die Umsteigemöglichkeit in Löwenberg und Oranienburg in den Regionalexpress RE 5. In Ostkreuz haben die RB-12-Fahrgäste wiederum Anschluss an weitere Regionalbahnen, S-Bahnen und den Regionalexpress RE 1 nach Frankfurt/Oder und Potsdam.
Zuständig für die RB 12 zwischen Templin-Stadt und Ostkreuz sind die Länder Brandenburg und Berlin. Dort müsste sich Templin durchsetzen. Schon jetzt gibt es aus Oberhavel reichlich Gegenwind zur Absicht, den von der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) betriebenen Zug nur noch alle zwei Stunden in Templin, Hammelspring, Vogelsang, Zehdenick-Neuhof, Bergsdorf, Grüneberg, Nassenheide und Sachsenhausen halten zu lassen. So wollen die Templiner bis zu 30 Minuten schneller ans Ziel kommen. Die Fahrtzeit auf der Gesamtstrecke würde sich von 100 auf 70 Minuten verkürzen. Viele Anwohner an der Strecke hätten aber nur noch alle zwei Stunden Anschluss.
Die Linke Oberhavel lehnt den Antrag der Templiner CDU/FDP-Fraktion deshalb als "egoistisch" ab. "Wenn wir diese Orte vom Stundentakt abschneiden, wäre das ein fatales Signal", sagte der Kreistagsabgeordnete Lukas Lüdtke (Linke).
Bürgermeister lehnen ab
Auch die Stadt Oranienburg lehnt den Vorstoß Templins ab. "Der ÖPNV muss ausgebaut und nicht eingeschränkt werden", sagte Stadtsprecher Gilbert Collé und erklärte zum Argument der Beschleunigung des RB 12 für Fahrgäste aus Templin: "Der Vorteil einiger geht auf Kosten anderer. Das kann nicht die Lösung sein." Die Bürgermeister von Zehdenick und des Löwenberger Landes, Bert Kronenberg (parteilos) und Bernd-Christian Schneck (SPD)  hatten den Templiner Antrag ebenfalls abgewiesen, weil er dem Ziel widerspreche, das Bahnangebot zu verbessern.
Die Idee, einen zusätzlichen, schnelleren Zug nach Templin fahren zu lassen, hat wohl ebenfalls keine Chance. Laut Verkehrsverbund reicht das bestehende Zugangebot für das Fahrgastaufkommen auf der Strecke aus. Auf die Frage, ob die ab Dezember 2022 von Wünsdorf-Waldstadt über den Flughafen BER nach Oranienburg neu eingesetzte Regionalbahn RB 32 bis nach Templin verlängert werden könnte, antwortet Elke Krokowski, dass die neue RB 32 dafür völlig überdimensioniert sei. Auf der Strecke sollen Doppelstockzüge mit 420 bis 500 Sitzplätzen fahren. Ein einziger Zug würde fast für das Fahrgastaufkommen eines gesamten Tages zwischen Oranienburg und Templin reichen, so Krokowski. Außerdem könnten die Doppelstockzüge nicht nach Templin fahren, weil die Strecke nicht elektrifiziert sei. Die NEB setzt Dieselloks ein.
An den größeren Bahnhöfen Oranienburg, Hohenschönhausen, Ostkreuz und Zehdenick steigen laut VBB wochentags mehr als 500 Fahrgäste in den RB 12 ein und aus. In Templin-Stadt und Lichtenberg sind es montags bis freitags jeweils 300 bis 500 Fahrgäste. In Grüneberg, Löwenberg, Nassenheide, Sachsenhausen und Templin steigen pro Tag 100 bis 300 Personen ein und aus. Weniger als 100 Fahrgäste täglich werden in Bergsdorf, Hammelspring, Vogelsang und Zehdenick-Neuhof gezählt.

Drei Züge im Angebot


Laut Verkehrsverbund wird mit der RB 12 das Ziel erreicht, alle Bahnhöfe einmal stündlich pro Richtung anzubinden.

Im  Abschnitt zwischen Löwenberg, und Oranienburg, auf dem mehr Fahrgäste unterwegs sind, besteht zusätzlich der Anschluss an den RE 5. Außerdem fährt auf diesem Abschnitt mehrmals täglich die RB 54 zwischen Rheinsberg und Gesundbrunnen.

Der Fahrplan der Linie RB 12 ist so ausgerichtet, dass in Oranienburg und Löwenberg Anschlüsse an den RE 5 bestehen. "Dies soll auch künftig so angeboten werden", teilte der Verkehrsverbund mit. kd