Konzept: Ärztemangel beschäftigt Zehdenicker

Hier soll’s gebaut werden: In Gransee entsteht ein Ärztehaus. So wünschen sich die Zehdenicker für ihre Stadt auch.
Mandy OysAuch ohne Ärztehaus sei die Sicherung der Gesundheitsversorgung gewährleistet. Ohne das Zutun der Kommune tue sich etwas auf diesem Gebiet, wie die Ankündigung der Hautärztin Dr. Jutta Franz-Reichel Ende August zeigte. Damals kündigte die Dermatologin an, dass es ihr nach langem Bemühen gelungen sei, eine Nachfolgerin für ihre Praxis in Zehdenick zu finden.
Etwas ungeduldiger sind da schon die Einwohner, die sich Sorgen machen, ob die Verwaltung das Thema ernst nimmt. So habe sich vor einiger Zeit ein junger Zahnarzt aus Berlin vorgestellt, der sich gerne in Zehdenick niederlassen wolle, aber eine Zusammenarbeit mit anderen Medizinern anstrebe, beispielsweise in einem Ärztehaus. Deshalb sei es schon interessant zu wissen, was die Stadt bislang unternommen habe, um solche Ansiedlungsbegehren zu unterstützten, regte die Zehdenickerin Margrit Reymann eine Diskussion um das Thema an. „Was in Gransee möglich ist, muss in der viel größeren Stadt Zehdenick doch auch machbar sein“, forderte sie die Verwaltung auf, doch in Richtung Ärztehaus zu arbeiten. Stadtverordnetenvorsteher Waldemar Schulz (CDU) versicherte: „Wir sind in Gesprächen mit dem Zahnarzt, auch über mögliche Alternativen, das hat für uns höchste Priorität.“
Auch andere Zehdenicker treibt das Thema um, wie weitere Wortmeldungen in der Einwohnerfragestunde zeigten. So will ein Zehdenicker erfahren haben, dass die Stadt sehr wohl an dem Thema Ärztehaus arbeite, sie habe sogar vier Eigentümer von Grundstücken angeschrieben, die für einen möglichen Standort in Frage kämen. Tatsächlich sei niemand bereit gewesen, sein Grundstück anzubieten. Auch die Havelland-Grundschule wurde als Standort für ein Ärztehaus vorgeschlagen, will ein Einwohner erfahren haben. Ob an diesen Spekulationen etwas dran ist, blieb in der Sitzung der Stadtverordneten unbeantwortet. Vielsagend äußerte sich der Stadtverordnetenvorsteher zu all diesen Spekulationen: „Da wird viel orakelt“, sagte er und beendete damit die Diskussion um die Gesundheitsvorsorge, Wiedervorlage in einer der nächsten Sitzung der Stadtverordneten nicht ausgeschlossen, zumal viele Fragen dann letztlich doch unbeantwortet blieben.
Werbekampagne angekündigt
Mit einer Werbekampagne will die Regio Nord dem Ärztemangel im Norden Oberhavels begegnen. Grund: Viele der niedergelassenen Ärzte gehen in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Viele sind ohne Nachfolger.
Eine solche Kampagne kündigte Regio-Nord-Chef Olaf Bechert im Mai an.
Vieles läuft in diesem Bereich aber auch über Eigeninitiativen der Ärzte, ohne dass sich die Kommunalpolitik aktiv einmischt. Im Frühjahr gab der Allgemeinmediziner Dr. Stefan Höhne bekannt, dass er die Fachärztin für Pädiatrie Karin Saweliev für einen halben Versorgungsauftrag am Standort Zehdenick gewinnen konnte. ⇥red
