Krasse Katzen in Brandenburg: Kater Fred aus Burow allein zu Haus

Im Gras und zwischen Blumen fühlt sich Fred besonders wohl. Nach einigen Jahren in Berlin lebt Kater Fred der Familie Both dauerhaft im Wochenendhaus im Großwoltersdorf Ortsteil Burow.
Martin RiskenKater Fred ist eine stattliche Erscheinung. Er steht gut im Futter, trotzdem bewegt er sich elegant und ist der ganze Stolz der Familie Both aus Berlin, die im Großwoltersdorfer Ortsteil Burow ein altes, aber mit viel Liebe zum Detail restauriertes Haus ihr Eigen nennt. Hier hat Kater Fred seinen Lebensmittelpunkt, wenn er nicht gerade umher streunt. Wo genau ihre Katze vorwiegend nachts unterwegs ist, das hätten auch Stefan Both und seine Frau Antje gerne genauer gewusst.
Eine Fernseh-Dokumentation über das Verhalten von Katzen in Weimar weckte das Interesse von Ehefrau Antje. Wissenschaftlich untersucht wurde das Verhalten der Katzen, die rund ums Stadtschloss schleichen und sogar gefährliche Wege in Kauf nehmen, um dort hinzukommen. Welche Abenteuer ihr Kater Fred so alles erlebt und welchen Gefahren er sich womöglich aussetzt, das hätte auch Familie Both gerne gewusst, weshalb sie sich für die MOZ.de-Aktion „Krasse Katzen“ mit ihrer neun Jahre alten europäischen Kurzhaarkatze anmeldeten.
Freunden war der Kater im Urlaub zugelaufen
Durch Zufall wurde Fred in die Familie Both aufgenommen. Ursprünglich war die Katze Freunden zugelaufen, die irgendwo östlich von Berlin Urlaub gemacht hatten. Sie nahmen das sehr anhängliche Tier mit nach Berlin, später kümmerte sich Familie Both um das Tier. Als der Berliner Architekt ein Häuschen im Grünen gefunden hatte, pendelte die Familie regelmäßig in das Örtchen Burow nördlich von Gransee. Doch das Autofahren mag Kater Fred gar nicht, Pendeln ist nicht seine Sache. „Dann bekommt er regelmäßig Schnappatmung“, berichtet Stefan Both. Und so entschied die Familie, Fred allein zu Hause in Burow zu lassen. In die Gartentür wurde eine Katzenklappe eingebaut, sodass Fred kommen und gehen kann, wann er will.
Mit ausreichend Futter* ist in der Küche immer für ihn gesorgt. Dort steht ein Futterautomat, der auf Verlangen ausreichend Trockennahrung bereitstellt, außerdem genügend Wasser. „Aber auch unsere Nachbarn füttern ihn gern“, berichtet Stefan Both, der mit seiner Frau Antje und der Tochter Luise die Wochenenden in Burow verbringt. Ihre Katze sei sehr anhänglich, sie fühle sich auch unter Fremden wohl, aber nicht bei jedem Zeitgenossen. Fred könne ab und zu auch schon mal kratzbürstig werden und signalisierte das auch, so nach dem Motto „Fass mich nicht an“. Andererseits schlafe er auch gern mal im Bett, obwohl er in der Küche sein eigenes Körbchen hat, in das er sich hineinkuschelt.

Das mag Fred: Von seinem Herrchen Stefan Both lässt sich der Kater gerne kraulen.
Martin RiskenKater Fred lässt nicht jeden in sein geliebtes Revier
Sein Revier rund ums Haus in Burow verteidigt Kater Fred oft und gerne. Wenn fremde Katzen aus der Nachbarschaft das Grundstück betreten, faucht er seine Artgenossen schon mal gerne an, haben die Boths beobachtet. Fred ist ihnen dennoch sehr ans Herz gewachsen, für ihre Katze würden sie so ziemlich alles tun. Vor allem die Gesundheit ihres Haustiers liegt ihnen sehr am Herzen. Als Fred ernsthafte erkrankte, musste er sogar für mehrere Tage stationär in einer Tierklinik in Berlin aufgenommen werden. Eine Verletzung zwischen den Lungen und dem Rippenfell musste behandelt werden, das kostete eine Menge Geld. Mehr als 2000 Euro mussten sie dafür zahlen. Einmal im Jahr schaut sich nun ein Tierarzt den Kater an, ob noch alles in Ordnung mit ihm ist.
Im Frühjahr und Sommer kontrollieren die Boths, ob sich ihre Katze nicht irgendwo Zecken eingefangen hat, die sofort entfernt werden. Infizierte Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Selbstverständlich sei Fred auch kastriert, die Duftstoffe, die die Katze hinterlässt, würden dann auch nicht mehr so unangenehm riechen. Tagsüber ist Fred meist auf dem großzügigen Grundstück zu finden. Nicht selten schläft er dort zwischen den Blumen und lässt es sich gut gehen, um sich für die nächtlichen Streifzüge zu stärken.
Ausgebüxter Kater mit Futter angelockt
Ein wenig mit der Angst zu tun bekamen es die Boths, als ihre Katze für mehrere Tage ausgebüxt war. Schließlich ist ihre Katze nicht gechippt. Mit einer vor der Haustür abgestellten Schale Katzenfutter versuchte Antje Both den Kater anzulocken. Doch statt Fred, kam eine andere Katze zum Napf, um sich zu laben, während Fred das Ganze unter einem Auto sitzend mitverfolgt habe. „Die anderen Katzen haben ihm wohl gezeigt, wie das Leben auf dem Dorf funktioniert“, vermutet Stefan Both, warum sich Fred für längere Zeit aus dem Staub gemacht hatte. Doch bald konnten sie wieder mit ihm kuscheln.

Neugierig verfolgt Kater Fred, was in seiner Umgebung so alles passiert.
Martin RiskenAb und zu zeigt Fred seiner Familie auch, dass er ein guter Jäger ist, wenn er ihnen Mäuse auf die Fußmatte legt oder junge Vögel. „Ab und zu holt er sich Nestflüchter“, weiß Stefan Both um den Jagdtrieb seines Katers, den er aber noch als harmlos umschreibt. Seit einigen Tagen trägt Fred einen GPS-Tracker um den Hals,* mit dem seine nächtlichen Ausflüge aufgezeichnet werden. Wie weit entfernt sich die Katze vom Haus in der Waldstraßen-Siedlung? Viel befahrene Straßen gibt es in der näheren Umgebung jedenfalls keine, die ihm gefährlich werden könnten. Nicht nur die Boths sind gespannt auf die Auswertung.
MOZ-Aktion „Krasse Katzen"
Im Rahmen der Kampagne „Krasse Katzen“ werden alle teilnehmenden Tiere mit Trackern der Marke Tractive* ausgerüstet. Bei der Auswahl der Tracker wie auch der Begleitung der Katzenbesitzer orientieren wir uns an Empfehlungen von Tierärzten und Experten.
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Das Land Brandenburg gibt die Zuständigkeit für den Schutz streunender Katzen an die Landkreise ab. Doch ist das ein geeignetes Mittel, um die Zahl frei laufender Katzen zu verringern?