Sie steht förmlich unter Strom, ist spürbar mitgerissen vom Strudel der schlimmen Ereignisse dieser Tage in der Ukraine. Das versteht jeder, der weiß, woher sie stammt: Maryna Kruschel ist gebürtige Ukrainerin. Sie lebt in Marienthal bei Zehdenick, arbeitet in der Kita Havelspatzen in Bredereiche und war zuvor bei der Lebenshilfe in Zehdenick engagiert.
Immer geht es ihr also um Fürsorge für Menschen, ob klein, groß, jung oder alt. Seit Donnerstag hat sich der Fokus von Maryna Kruschel deutlich verschoben in Richtung alte Heimat zu ihren ehemaligen Landsleuten. „Meine Kinder Mariya Korol und Iegor Ignatenko und ich kommen aus Tschernihiw, einer Stadt im Nordosten der Ukraine. Unser Heimatland steckt im Krieg. Ich versuche zusammen mit meinen Kindern und dem Schwiegersohn Kevin Höpfner, wichtige Spendengüter zu sammeln. Und genau dafür ersuchen wir Eure Hilfe!“ heißt es in dem Spendenaufruf.

Alleinstehende Frauen, Mädchen und Kinder sind die Empfänger

Bei der Aktion „Zusammen sind wir stark“ sind viele Geldspenden schon eingetroffen, betont Maryna Kruschel, die sich beeindruckt zeigt von der Bereitschaft der Deutschen, zu helfen und somit ihre Empathie beweisen. Rund 700 Euro sind zusammengekommen.
Seit Sonntag nun können Sachspenden abgegeben werden. Und zwar bei Anja Steinleger in Neuhof, Waldfriedenstraße 6b. Täglich von 8 bis 20 Uhr kann dies getan werden.
Maryna hat Anja über Facebook erst kennengelernt, die Freude ist groß, dass Anja jetzt mithilft. Wobei die Spenden allesamt dem Frauenklub „Soroptimist“ in der Ukraine zugute kommen. „Das läuft alles transparent und für jedermann überprüfbar ab“, betont Maryna. Es gehe also vor allem um alleinstehende Frauen, Kinder und Mädchen, die besonders unter dem Krieg leiden.

Transparent werden die Spendengelder verwendet

„Es werden mehrere Transporte aus Berlin organisiert, welche direkt ins Landesinnere der Ukraine fahren. Ob wir damit bis zur unserer Heimatstadt Tschernihiw kommen, wissen wir nicht. Für uns zählt, dass wir so vielen Menschen wie nur möglich helfen können“, erklärt Frau Kruschel. Und sie bedankt sich bei der Gelegenheit bei allen Kolleginnen der Kita Havelspatzen um Evelyne Bonath und der Stadtverwaltung Fürstenberg, die ihr hilfreich zur Seite stehen.
Was aber kann alles gespendet werden: Verpackte (haltbare) Lebensmittel wie Konserven, Medizin (Erste-Hilfe-Kasten, Verbandsmittel, Antivirale Arzneimittel, Schmerztabletten), Hygieneartikel, Schlafsäcke, Decken, Bettwäsche. „Und natürlich weiterhin Spendengelder, und wir gehen dabei transparent vor und jede Aktion nach Außen tragen. Wichtig dabei: Bitte alles in Kartons verpacken.
Inzwischen gibt es auch eine gute Verbindung zu einer ukrainischen Spedition, die die Waren auch dieser Spendenaktion zu ihrem Ziel bringen kann. Täglich werden die Sachen abgeholt, heißt es.
Und noch eine Neuigkeit: In Grüneberg sind ukrainische Flüchtlinge untergekommen. Zwei Frauen und fünf Kinder aus der Stadt Lutztk in der Westukraine. Das beweist, die Hilfe für die Menschen in Not sei riesig groß.