Mit einer großen Portion Tragikomik und ihren Büchern im Gepäck erzählt Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Adriana Altaras am Reformationstag (31. Oktober) im Schlosstheater Rheinsberg um 17 Uhr mitreißend von den Absurditäten des Theateralltags und dem Leben ihrer deutsch-jüdischen Familie.

Maxim-Gorki-Theater und Freie Volksbühne Berlin

In Zagreb geboren, in Italien und Deutschland aufgewachsen, in New York studiert – der Lebenslauf des Multitalents ist so bunt wie ihre Geschichten, die sie mitbringt: Sie ist Mitbegründerin des Theaters zum Westlichen Stadthirschen in Berlin, hatte unzählige Engagements an Theatern wie dem Maxim-Gorki-Theater der Freien Volksbühne in Berlin sowie an den Theatern in Basel, Konstanz und Stuttgart und ist selbst als Opernregisseurin unterwegs.

„Das Perfekte Geheimnis“

Zuletzt war die Schauspielerin – für das breite Publikum öffentlich – in der deutschen Filmkomödie „Das Perfekte Geheimnis“ zu sehen.
Ihr erstes Buch „Titos Brille“ veröffentlichte sie 2011, ihr zweites „Doitscha“ im Jahr 2014. 2017 erschien „Das Meer und ich waren im besten Alter“. Geschichten aus meinem Alltag" und zuletzt 2018 "Die jüdische Souffleuse".
Ihre Bücher handeln vom Schicksal, von Mut und Angst, vom Älterwerden und Erinnerungen, vom Gedenken und vor allem vom Leben. Mal berührend, mal urkomisch – Adriana Altaras fesselt nicht nur mit ihrem Schreibstil, sondern auch beim Erzählen vor Publikum.

„Die jüdische Souffleuse“ - aktuelles Buch

Im neuen Buch von Adriana Altaras „Die jüdische Souffleuse“ hört oder erzählt sich die Hauptakteurin immer dann jüdische Witze, wenn sie traurig ist. Etwa so: so: Es diskutieren ein katholischer Priester, ein evangelischer Pfarrer und ein Rabbi darüber, wann genau das Leben anfängt. „Bei der Befruchtung“, sagt der Katholik. „Bei der Geburt“, sagt der Protestant. Da meint der Rabbi: „Das Leben fängt dann an, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Hund tot ist!“
Die Hauptakteurin heißt stets Adriana Altaras und ist Opernregisseurin. Die reale Adriana Altaras ist neben ihren Tätigkeiten als Schauspielerin (zuletzt im Kroatien-Krimi) und Buchautorin auch wirklich Opernregisseurin. Mit viel Witz berichtet Altaras von den üblichen kleinen Katastrophen im normalen Opernalltag. Aber in diese „Betriebssatire“, die mit Tempo und guter Laune erzählt wird, bricht die tiefgehende Geschichte der überspannten und durchgedrehten Souffleuse hinein. Adriana wehrt sich erst, wird dann aber in die Vergangenheit dieser Susanne, der Sissele, der „Süßen“, dieser Holocaust-Nachgeborenen hineingezogen. Ihr Lebenslauf ist verwirrend. Sie sucht ihre Familie.