Kultur
: Schloss Liebenberg erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Für die geplante Foto-Ausstellung über die Jahre nach der Wiedervereinigung werden noch Bilder von Einwohnern aus Liebenberg und Umgebung gesucht.
Von
Volkmar Ernst
Liebenberg
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Die Aufnahme von einem Jugendlichen mit seinem Moped hat Daniel Biskup in Chemnitz gemacht. Dieses ist in der Ausstellung zu sehen.

Privat

Vor diesem Hintergrund suchen die Mitarbeiter nun nach Alternativen, wie Kunst und Kultur im Netz präsentiert und dadurch vielleicht einer noch breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden können. Bereits erste Konturen gibt es für die im März abgesagte Ausstellung über abstrakte Kunst in Zusammenarbeit mit Schülern des Granseer Strittmatter-Gymnasiums. „Wir wollen durch die Vorstellung der am Projekt beteiligten Künstler und ihrer Werke neugierig auf die Kunst im Allgemeinen und die abstrakte Kunst im Speziellen machen“, sagt Sonja Erb. Dazu werden die Jugendlichen und ihre Werke als Gegenpart vorgestellt, die dann aus ihrer Sicht erklären, was sie unter abstrakter Kunst verstehen.

Ein weiteres Projekt, das eigentlich zum Museumstag vorgestellt werden sollte, ist die doppelte Foto-Ausstellung „Liebenberg nach dem dem Mauerfall“ und „Nach dem Mauerfall. Daniel Biskup. Fotografien 1990 bis 1995“, die nun vom 18. Juli bis zum 13. September im Kutscherhaus gezeigt werden soll.

Menschen dokumentiert

Der Fotograf Daniel Biskup bereiste Anfang der 1990er-Jahre den Osten Deutschlands und dokumentierte Menschen, Dörfer und Städte im Spiegel der Umbruchszeit nach dem Mauerfall. Seine Fotografien zeigen Alltagsszenen, die durchaus gemischte Gefühle auslösen können und sollen, wie es in der Ankündigung der Stiftung heißt.

Es gibt Jubelbilder zum 3. Oktober 1990 und Menschen mit Protestplakaten, bunte Schaufenster und stolze Existenzgründer zwischen maroden Stadtlandschaften und verfallenden Zeugnissen der DDR-Konsumwelt, Porträts von Arbeitslosen neben unbeschwerten Freundinnen im Café, Fotos von jungen Punks, Neonazis und traditionellen Jugendweihen. Die Fotos machen deutlich, dass die Ostdeutschen zu Beginn der 1990er-Jahre durch die Wiedervereinigung vor riesigen politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen stehen.

Gleichzeitig lädt Museumsleiter Dr. Thomas Steller die Einwohner von Liebenberg dazu ein, sich an der Ausstellung zu beteiligen und ihre Erinnerungen an Liebenberg und die Umgebung in den 1990er-Jahren zu zeigen. Wie haben sie die Zeit nach dem Mauerfall in Erinnerung und welche Bilder gibt es dazu? Wer sich daran beteiligen möchte, wird gebeten, seine Fotografien an museum@dkb-stiftung.de zu schicken oder sie einfach zur Ausstellung mitzubringen, damit sie zu einem Teil dieser werden.

Da wegen der Corona-Pandemie noch nicht abzuschätzen ist, welche Einschränkungen im Juli gelten, wird auf eine Vernissage mit zahlreichen Gästen verzichtet. Doch sei im Atelier im Kutscherhaus ausreichend Platz vorhanden, sodass die Besucher einen Sicherheitsabstand von 1,50 Metern problemlos einhalten können, versichern die Organisatoren. Sie hoffen zumindest noch auf eine Finissage zum Abschluss der Ausstellung.

Die bislang geplanten Öffnungszeiten vom 19. Juli bis zum 13. Oktober sind täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Info-Kasten

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel