Es ist inzwischen sechs Jahre her: Damals hatte Juliane Felsch Grunow gerade als neue Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde Rheinsberg die Leitung des Posaunenchores übernommen. Die Bläser waren froh, wieder einen Dirigenten zu haben. Dass es nach dem vormaligen Kantor Kay Dittmann diesmal eine Frau war, machte den Trompetern, Posaunisten und Hornisten nichts aus.

Neue Kantorin bringt viele Ideen mit

Juliane Felsch-Grunow brachte eigene Ideen mit. Wöchentlich wurde unter Leitung der Kirchenmusikerin fleißig geprobt und das Repertoire ständig erweitert. Es gab öffentliche Auftritte und zu den neuen Ideen gehörte auch ein Abendliedersingen, das jeweils an sechs Montagen im Sommer nach der obligatorischen Probe stattfinden sollte.

Posaunenchöre schließen sich zusammen

Als damals die Mitgliederzahl der Posaunenchöre von Rheinsberg und Menz immer weiter zurückging, beschloss man, sich fortan gemeindeübergreifend zusammenzuschließen. Heute gehören dem Bläserchor 25 Hobbymusiker an. Der Auftakt der Abendmusiken war ein voller Erfolg. Bis zu 100 Zuhörer kamen im ersten Jahr zu den 30-minütigen Konzerten auf dem Kirchplatz mitten in Rheinsberg, um der Musik zu lauschen und bei den Chorälen und Liedern mit einzustimmen.

Weit mehr als 150 Zuhörer kommen jeden Montag

Inzwischen sind fünf Jahre vergangen und das Abendliedersingen mit den Bläsern aus Rheinsberg, Menz, Zernikow, Lindow und weiteren Orten lockt an den Montagabenden jedes Mal weit mehr als 150 Zuhörer an. Wer in der Nähe wohnt, kann die Musik vom Fenster aus genießen.

Auch Urlauber hören gerne zu

Nachdem im vorigen Jahr wegen der Corona-Regeln der Abstand strikt einzuhalten und gemeinsames Singen nicht möglich war, ist das in diesem Sommer anders. Los ging es am 5. Juli. Rheinsbergs Pfarrer Christoph Römhild konnte nicht nur Einheimische begrüßen. Auch Urlauber sowie Männer und Frauen aus den Orten der Umgebung hatten den Weg nach Rheinsberg gefunden. Wie immer erklangen bekannte Volkslieder, wie der „Mond ist aufgegangen“, „Kein schöner Land …“ oder Choräle wie „Bleib bei mir, Herr …“. Aber auch an Melodien wie George Gershwins „Sommertime“, an dem bekannten „Strangers in the Night“ und einer Version aus Pink Panther durften sich die Zuhörer erfreuen.

Gastwirt unterstützt die Musiker

Unterstützt wird der Auftritt des Posaunenchores von Andreas Endler, einem Rheinsberger Gastwirt. Er bewirtet die Zuhörer mit Getränken, wobei der Erlös genauso wie die Spenden der Gäste zu 100 Prozent dem Posaunenchor zugute kommen. Der möchte wiederum mit dem Geld der Kirchengemeinde helfen: Während in den zurückliegenden Jahren die Spenden für die malermäßige Restaurierung der Kirche verwendet wurden, soll diesmal die Generalreinigung der Orgel im Rheinsberger Gotteshaus unterstützt werden.

Diesmal für die Opfer der Flutopfer gespendet

Eine Ausnahme dazu wurde am vergangenen Montag verkündet: Angesichts der verheerenden Flutkatastrophe hatten die Kantorin, der Pfarrer und Gastwirt Andreas Endler mit den Musikern entschieden, den Spendenerlös für die Flutopfer zu sammeln. Doch damit nicht genug: Der Gastwirt verdoppelte sogar die Summe.

Weitere Veranstaltungen sind geplant

Natürlich galt es wegen der Corona-Pandemie, bestimmte Regeln einzuhalten. Vorgeschrieben war ein Abstand von zwei Metern, sowohl für die Musiker als auch für die Gäste. Nach den ersten drei Konzerten dürfen sich die Zuhörer auf weitere Veranstaltungen am 26. Juli sowie am 2. und 9. August freuen. Los geht es jeweils um 20.35 Uhr. Und natürlich gibt es möglicherweise auch einige Zugaben, bevor dann gegen 21.15 Uhr die letzten Töne erklingen.
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