Mühlenhaupt-Museum zieht um
: Chinesen erobern Bergsdorf

Zu einem Ort des deutsch-chinesischen Künstleraustausches soll das Mühlenhaupt-Museum in Bergsdorf werden. Am Dienstag stellten die chinesischen Investoren ihre Pläne vor.
Von
Martin Risken
Bergsdorf
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Bereiten der zeitgenössischen chinesischen Kunst den Weg nach Deutschland: die neue Leiterin Rosi Wang und Hannelore Mühlenhaupt, die ihren Hof an die Chinesen verkauft hat. Ab Mitte des Jahres wird der Wechsel in Bergsdorf vollzogen sein.

Martin Risken

Zum ersten Mal haben sich die chinesischen Investoren am Dienstag zu ihren Plänen geäußert, was aus dem Mühlenhaupt-Hof werden soll, wenn Hannelore Mühlenhaupt mit ihrem Museum nach Berlin-Kreuzberg umziehen wird, was in den nächsten Monaten passieren soll. Im Herbst vergangenen Jahres hatte sie den Verkauf des Vierseithofes mit der Dagoo Interart GmbH perfekt gemacht. Statt Mühlenhaupt-Bilder wird künftig zeitgenössische Kunst aus China in Bergsdorf zu sehen sein, kündigte Zhicheng Chu an, der nach eigenen Angaben in China ein großes Netzwerk zeitgenössischer Künstler betreut, Kunst studiert hat und selbst aus wohlhabenden Verhältnissen stammt.

Die Wahl auf Bergsdorf als Ort des deutsch-chinesischen Künstleraustausches fiel wegen der Nähe zu Berlin, das in Europa als Zentrum zeitgenössischer Kunst gesehen werde. Außerdem werde es chinesischen Künstlern einfach gemacht, mit einem Visum nach Deutschland einzureisen. Der deutsche Staat unterstütze den deutsch-chinesischen Austausch. In Bergsdorf sollen die Künstler aus dem Reich der Mitte aber nicht nur zeitweise arbeiten und wohnen, sondern darüber hinaus Kontakt zu europäischen Galerien knüpfen, erklärte Rosi Wang, Geschäftsführerin der Dagoo Interart GmbH und selbst Künstlerin mit eigenen Galerien in Deutsch

land. Vor fünf Jahren fand sie erstmalig den Weg nach Bergsdorf. Anlässlich einer Veranstaltung lernte sie Hannelore Mühlenhaupt kennen. Rosi Wang, die den Bergsdorfer Hof auch leiten wird, stellte schließlich den Kontakt zu dem wohlhabenden chinesischen Kunst-Mäzen Zhicheng Chu her. Als dieser im September nach Bergsdorf kam, um seine Pläne für den Mühlenhaupt-Hof zu präsentieren, sei man sich innerhalb von fünf Tagen einig geworden. „Dann standen wir schon beim Notar, um den Verkauf zu besiegeln“, sagte Hannelore Mühlenhaupt, die sich auf einen Neustart ihres Museums in Kreuzberg freut, der dort räumlich bescheidener ausfallen werde. An ihrem Konzept von Kunstausstellungen und Veranstaltungen werde sie festhalten. Am 12. Mai wird in Bergsdorf die erste Ausstellung mit Werken Mühlenhaupts und chinesischer Künstler eröffnet.