Nachhaltigkeit: Spezialschafe mähen die Grüneberger Streuobstwiese

Zehn Schafe warten seit Anfang März auf dem Hof Grüneberg auf ihren Einsatz auf der Streuobstwiese. Ein Bild noch aus Vor-Corona-Tagen mit den Schaffreunden Johann Caron und der siebenjährigen Yara da Silva-Vanoni.
Burkhard Keeve„Es gibt 300 Schafrassen“, sagt Johann Brüning, der sich die Tiere angeschafft hat. „Aber nur eine Rasse frisst keine Bäume an, die Schropshire-Schafe aus England.“ Brüning macht alles mit Bedacht. Schon als er vergangenen Herbst im Liebenberger Bruch Brandenburgs größte neue Streuobstwiese mit 531 Bäumen anpflanzte, war die Idee mit den treuherzigen Rasenmähern längst in seinem Kopf. Denn seine 5,6 Hektar große Wiesenfläche will der Streuobst-Besitzer nicht so gern mechanisch mit schwerem Gerät mulchen lassen, weil damit auch „viele Insekten zerhäckselt werden“. Dann lieber die schonendere Methode auf vier Beinen. „Das Schöne dabei ist: Sie düngen die Wiese und vertreiben gleichzeitig die Wühlmäuse“, sagt Johann Brüning, weil die Hufe bis in die flachen Mäusegänge eindringen.
Der Wolf ist ein Problem
Die Schafe hat er von einem Weihnachtsbaum-Plantagenbesitzer aus Zossen. Sie haben also Erfahrung. Doch der Nachwuchs, der für Angang Mai in Grüneberg erhofft wird, muss sich erst als richtige Schropshire erweisen. Ist nämlich ein schwarzes Schaf darunter, das doch die jungen Bäume mit den alten Sorten anknabbert, muss es sofort von den anderen getrennt werden. Brüning: „Die anderen machen sonst alles nach, es sind Herdentiere.“
Das ist aber nicht das einzige Problem, dass gelöst werden will. Schafe sind lecker und passen haargenau ins Beuteschema des Wolfes, der in der Gegend lebt. Brüning überlegt: Hütehunde wären eine Lösung. Ein Hund reicht aber nicht. Den schnappen sich die Wölfe. Dann mehrere Hunde? Wer passt auf die auf? Also dann doch lieber einen Zaun mit Strom. Doch woher kommt der Strom, wenn keine Leitung in der Nähe ist? Einen stinkenden Generator will der Grünberger dafür nicht anschaffen. Solarenergie ist die Lösung. Es geht mit Sonnenenergie gegen die Wölfe.
Aber die Schafe drinnen brauchen Wasser. Irgendwann sollen einmal bis zu 25 Tiere dort die acht Fußballfelder große Fläche beackern. Niemand will dann Wassereimer schleppen.
Aber eine Pumpe ohne Strom, die auch im Winter nicht einfriert? Dafür musste Brüning lange recherchieren. „Die Eis-erprobten Finnen haben so etwas. Eine Schwengelpumpe, die auch bei minus 30 Grad noch funktioniert.“
Projekt "Stark wie ein Baum"
Die Streuobstwiese ist ein Gemeinschaftsprojekt des Caritas-Kinderhospizdienstes und der Stiftung Hof Grüneberg. Es trägt den Titel "Stark wie ein Baum" .
Gesucht werden noch Baumpaten. Für zwölf Euro im Monat werden die Streuobstwiese und die Stiftung unterstützt.
Sechs Euro gehen an den Kinderhospiz- und Familienbesuchsdienst, vier Euro an die Stiftung Grüneberg, die damit ebenfalls schwerkranke Kinder oder behinderte Menschen und ihre Familien unterstützt. Zwei Euro gehen als Zuschuss in die Baumpflege.
Der Pate kann sich seinen eigenen Baum aussuchen. Ihm gehören auch die Früchte. Möglich ist es aber auch, den Baum einem kranken Kind, einer betroffenen Familie, einer Kita oder anderen Einrichtung zu widmen.
Kontakt: E-Mail stiftung@hof -grueneberg.de⇥bu
