Auf die Idee mit der Streuobstwiese kamen er und seine Frau als sie nach einer Verwendung für die Wiesenfläche dort gesucht haben. 2005 hatten die Berliner den Hof in Grüneberg entdeckt, sich darin sofort verliebt und den Umzug auf das Dorf gewagt. "Meine Frau hat dafür sogar von der Laborantin zur Landwirtin umgeschult", erzählt Brüning nicht ohne Stolz. Sie betreiben den Hof als barrierefreien Urlaubs- und Reiterhof mit vielen Angeboten für Menschen mit Handicap, für kranke Menschen oder für Familien mit kranken Kindern. Doch weil die Wiese gut gut 3,5 Kilometer vom Hof entfernt liegt, ist sie weder als Auslauf für die Tiere noch als Reitfläche gut geeignet. Zudem ist der Boden eher trocken, weshalb eine Bewirtschaftung, um Heu zu ernten, ebenso nicht viel Ertrag verspricht. So entstand also die Idee mit der Streuobstwiese. Die Stiftung Hof Grüneberg stellte die 5,6 Hektar große Fläche zur Verfügung, der Naturschutzfonds Brandenburg gab Fördermittel für die Bäume, allerdings unter der Bedingung, dass der Grüneberger Hof für 25 Jahre die Pflege der Bäume übernimmt.
Genau dafür sucht Johannes Brüning nun die Baumpaten, denn auch die Pflege der Bäume kostet Geld. Sie müssen bewässert sowie die Flähen rund um den Stamm regelmäßig entkrautet werden. Um Paten für das Projekt zu werben und Baumpaten zu finden, wurde sogar eigens eine App entwickelt, die in dieser Woche freigeschaltet wird. Auf der App erfahren Neugierige viel über das Projekt, Interessantes über die Obstsorten und können sich als Paten anmelden. Zudem tun die Paten auch noch Gutes, denn von den zwölf Euro pro Monat, die eine solche Baumpatenschaft kostet, werden sechs Euro an den Kinderhospiz- und Familienbesuchsdienst der Caritas in Berlin überwiesen. Vier Euro erhält die Stiftung Hof Grüneberg, um damit den Aufenthalt von kranken Menschen oder von Familien mit kranken Kindern auf dem Hof zu unterstützen. Die verbleibenden zwei Euro werden für die Baumpflege verwendet, unter anderem für den Bau einer Bewässerungsanlage sowie für die Pflege der Bäume und des Grundstückes.
Wer Interesse hat, kann mit der App das Gelände ansehen und sich dort einen Baum aussuchen. Es gibt Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Quittenbäume. "Einfach den Button drücken und Name, Telefonnummer oder E-Mailadresse hinterlassen", erklärt Brüning das Prozedere. "Wir setzen uns dann mit den Interessenten in Verbindung und klären die Modalitäten. Vorrangig wurden Obstsorten gepflanzt, die heute kaum noch angebaut werden. "Wir wollen die Sorten damit auch erhalten", so Brüning weiter. Es müsse auch niemand Angst haben, einen Vertrag abzuschließen und diesen einhalten zu müssen. "Die Patenschaft kann zu jeder Zeit gekündigt werden", verspricht der Grüneberger ein unbürokratisches Vorgehen.
Weitere Informationen gibt es unter www.hof-grüneberg.de, und www.stark-wie-ein-baum.de. Ein Link leitet dann zur App weiter.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel