Nest ausgemistet: Die Störche können kommen
Zwei Jahre lang ist das Storchenpaar auf der Dorfkirche in Grüneberg ohne Nachwuchs wieder in den sonnigen Süden abgereist. Die Grüneberger vermuteten unter anderem, dass es am schlechten Wetter vor zwei Jahren lag und am Nest selbst, das von unten als zu dicht und ungemütlich erschien. Zerfetzte Plastikplanen hingen seit Langem schon aus dem Nest heraus und flatterten immer mal wieder heftig im Wind.
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Schließlich hat sich die Kirche entschieden, dem auf den Grund zu gehen, und holte sich zwei Fachleute ins Boot. Zunächst stellte die Löwenberger Dachdeckerei Ludwig die lange Hubleiter zur Verfügung, die Lars Dittkirst souverän bediente. Dann hatten Grünebergs Pfarrerin Ruth–Barbara Schlenker und ihr Vorgänger, Gerhard Gabriel, noch den Strochenfreund Uwe Rohtermundt zur Dorfkirche geholt. Er war es dann auch, der in mehr als 20 Metern Höhe die Schwerstarbeit leisten musste, mit Spaten und Hacke das Nest ausmistete, Plastik und Dreck herauslöste, das Nest, das durch den Wind schiefgeblasen worden war, begradigte und eine flache natürliche Mulde zum Nisten schuf. „Acht Zentimeter Tiefe reichen. Darin müssten sie sich wieder wohlfühlen“, sagte Rothermundt. Er muss es wissen. 1993 hat der Falkenthaler sein erstes Storchennest gebaut
Er vermutete ebenso, dass der Dauerregen von vor zwei Jahren tödlich für die Storchenbrut gewesen sei. Gut 14 Tage Niederschläge würden die Eltern aushalten und ihre frisch geschlüpften Jungen durch ihre Körper schützen. „Aber irgendwann sind auch die Alten durchnässt“, sagte der Storchenkenner. „Dann steht er auf und spannt nur noch die Flügel über die Jungen aus. Dann fehlt ihnen in ihrem Daunenkleid die Wärme. Sie sterben an Unterkühlung. Der Volksmund sagt dann: Sie sind ertrunken.“ 2018 hätte das Grüneberger Storchenpaar hingegen gar nicht gebrütet. Rohtermundt: „Eine Erklärung dafür habe ich nicht.“ Er habe aber beobachtet, dass es insgesamt weniger Störche gebe. Die Gründe seien unklar.
Das Grüneberger Storchennest ist jetzt rund 25 Jahre alt. "Es besteht aus einem soliden Stahlgestell aus feuerverzinkten Material“, erläutert Gerhard Gabriel. Vorher habe ein altes Wagenrad als Grundlage gedient.




