Online-Gedenken
: Grüneberger erinnern virtuell an die Befreiung der Konzentrationslager

Jugendliche vom Projekt „überlagert“ bereiten eigenen Gedenktag mit Einzelschicksalen vor.
Von
Burkhard Keeve
Grüneberg
Jetzt in der App anhören

Im vergangenen September wurden am Friedenstag in Grüneberg Zitate von Frauen aus dem Außenlager des KZ Ravensbrück vorgelesen. Jetzt fanden die Gedenken nur virtuell statt.

Burkhard Keeve

Das Online-Gedenken hält der 23-jährige Tony Sieg vom Projekt für „eine tolle Idee, um auch junge Leute darauf aufmerksam zu machen“. Viele Jugendliche seien in den sozialen Medien unterwegs, damit würden die Gedenkstätten „eine neue Form des Gedenkens annehmen“. Das Grüneberger Video haben Anne Pohland (24 Jahre), Tony Sieg und der 16-jährige Julius Röper aufgenommen, darin berichten sie, was in Grüneberg eigentlich geplant war und welche weiteren Ideen es gibt. So sollte beispielsweise eine Gedenktafel in Ravensbrück enthüllt werden. Damit wollen sie im Stammlager an die ehemaligen Häftlingsfrauen in Grüneberg erinnern. Die Gedenktafel soll an der individuellen Gedenkmauer einen Platz finden. Geplant ist zudem, den Gedenkort in Grüneberg zu erweitern. Nach den virtuellen Gedenktagen wollen die Jugendlichen jetzt ihren eigenen Gedenktag vorbereiten. Sie beschäftigen sich mit einzelnen Häftlingsschicksalen und legen zu jeder Person einen eigenen Hefter an. Außerdem ist eine besondere Musikteilnahme geplant.

Das Video kommt auch bei Axel Drecoll gut an. „Das ist lebendige Erinnerungskultur“, teilt der Leiter der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten den Jugendlichen mit und verspricht, die Gruppe in Grüneberg einmal zu besuchen.

Das Video gibt es unter: www.instagram.com/gedenkstaettenbrandenburg.