Projekt: Kunstverein will Güterschuppen am Granseer Bahnhof nutzen

Ein Ort mit Potenzial? Auf den alten Güterschuppen am Bahnhof Gransee hat der Kunstverein KF4 ein Auge geworfen. Bislang war der Verein in Zernikow aktiv, doch dieser Ort ist ihm zu abgelegen.
Matthias Henke„Es ist ein schöner Ort, aber sehr einsam gelegen. Absicht eines Kunstvereins ist aber nicht nur, Kunst auszustellen, sondern vielmehr mit einer breiten Öffentlichkeit den Austausch zu suchen. Das war in Zernikow doch nicht in dem Maße möglich“, sagte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Grassl bei der Präsentation im Stadtentwicklungsausschuss. Ins Auge gefasst habe man nun den alten Güterschuppen am Granseer Bahnhof. Man störe dort keine Anwohner und die Liegenschaft sei fußläufig von den Bildungseinrichtungen der Stadt erreichbar, mit denen man eine Kooperation anstrebe, so Grassl weiter.
Die räumlichen Voraussetzungen hält Grassl für ideal. Die große Halle biete etwa 145 Quadratmeter Platz, zudem verfüge der Schuppen über weitere Räume, sei komplett unterkellert. Der Keller ließe sich auch als Austellungsraum nutzen. Am Bahnhof habe man zudem die größtmögliche Frequenz von Leuten, die auf das Gebäude und die Angebote darin aufmerksam werden.
Stadt plant mit Klosterprojekt
Regelmäßige Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Konzert et cetera schweben dem Kunstverein, der derzeit etwa 15 Mitglieder hat, vor. Man könne mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: das kulturelle Leben der Stadt werde bereichert, ein stadtbildprägendes Gebäude erhalten und das Bahnhofsumfeld aufgewertet. Grassl schlug vor, dass der Verein KF4 das Gebäude von der Stadt pachtet, das Projekt aber gemeinsam entwickelt wird. Die Stadt beantragt Fördermittel für die Sanierung und tritt als Bauherr auf. Der Verein übernimmt im Gegenzug alle Planungsleistungen und wirbt Fördermittel und Spenden für die Ausstattung ein. Der ambitionierte Zeitplan: nach positivem Votum der Stadtverordneten wird bereits in diesem Jahr ein Konzept erarbeitet. 2024 könnte dann alles fertig sein.
Prinzipiell gut fanden die Ausschussmitglieder die Aktivitäten, die der Verein KF4 entfalten will. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass die Stadt mit dem Kloster bereits einen Ort für Kultur und Bildung entwickeln will, wofür auch noch kein Nutzungsplan feststehe. Bernd Weidemann (CDU) warnte davor, nun einen „Nebenkriegsschauplatz“ aufzumachen. Womöglich lasse sich der KF4 ja für Aktivitäten im Kloster gewinnen. „Im Finanzplan bis 2024 sind die Prioritäten bei den Investitionen klar vorgegeben. Da fehlt mir momentan die Fantasie, das irgendwo einzustellen“, sagte Fachbereichsleiter Nico Zehmke mit Blick auf eine Sanierung des Schuppens. Ein Votum des Ausschuss gab es nicht. Man will im Gespräch bleiben.
Die Immobilie
Der Schuppen Am Güterbahnhof befindet sich in kommunaler Hand.
Auflagen des Denkmalschutzes sind bei einem eventuellen Umbau nicht zu berücksichtigen, da das Haus nicht unter Schutz steht, wie die Verwaltung mitteilte.⇥mhe