Mit einer Unterschriftenliste versucht eine Löwenbergerin, Druck auf die Deutsche Bahn und das Potsdamer Infrastrukturministerium aufzubauen. Die Bahnpendlerin Ina Kreutzmann fordert einen stündlichen Halt des Regionalexpress (RE5) am Bahnhof in Neulöwenberg. Bislang hält der Zug nur alle zwei Stunden dort. Große Unterstützung erhält die Pendlerin von der Gemeinde Löwenberg, dem Landkreis und Lokalpolitikern.

Stundentakt bei der RE5 technisch kein Problem

„So ein Halt wäre technisch überhaupt kein Problem“, ist Ina Kreutzmann überzeugt, die täglich mit der Bahn nach Berlin fährt. Die Initiatorin der Unterschriftenliste geht zudem davon aus, „dass noch mehr Pendler vom Auto auf die Bahn umsteigen, wenn der RE 5 jede Stunde in Löwenberg/Mark hält“.
Auch die ehemalige Ortsvorsteherin von Neulöwenberg, Christin Olechnowicz, ist Berufspendlerin und gehört zu den Erstunterzeichner der Unterschriftenliste. „Der Zug hält um 5.30 und dann erst um 7.30 Uhr wieder in Löwenberg, aber um 6.30, wenn wirklich viele die Bahn nutzen wollen, rauscht er durch.“ Ein Umstieg auf die langsamere Regionalbahn der Linie RB 12 koste zu viel Zeit beim Umsteigen. „Statt zwei Stunden sitze ich dann drei Stunden am Tag im Zug“, erläutert Ina Kreutzmann.

Listen liegen zwei Monate aus

Zwei Monate lang sollen die Unterschriftenlisten in verschiedenen Ortsteilen Löwenbergs entlang der Bahnstrecke in Geschäften ausliegen, zum Beispiel in Teschendorf, Grüneberg und Löwenberg. Im Zug wollen Ina Kreutzmann und Christin Olechnowicz Überzeugungsarbeit leisten. Sie gehen davon aus, dass auch Schüler und Touristen von einem stündlichen Halt des Regionalexpress’ profitieren. Den Bürgermeister von Löwenberg, Hans-Christian Schneck, muss niemand mehr überzeugen. „Seit Jahrzehnten kämpfen wir für eine bessere Verkehrsanbindung nach Berlin. Der Ausbau der B 96 ist das beste Beispiel.“

Einwohnerzahlen steigen

Doch mit der wachsenden Zahl an Einwohnern zum Beispiel in Nassenheide und Grüneberg nehme auch der Straßenverkehr zu und der Druck nach einer besseren Infrastruktur auf der Schiene. „Seit Jahren setzen wir uns für eine Taktverdichtung ein“, so Schneck. Es könne doch nicht sein, so der Bürgermeister, dass Löwenberger morgens mit dem Auto nach Gransee fahren, um dort in den RE 5 zu steigen und abends umgekehrt. „Das halte ich für schizophren. Wir wollen Verkehre reduzieren, aber dafür müssen die Angebote her.“ Parallel fordert eine Taktverdichtung für die Regionalbahn RB 12 von Templin nach Lichtenberg. Schneck: „Der RB 12 ist zu kurz, hat zu wenige Waggons. Der Bedarf in den Hauptpendlerzeiten steigt.“ Hier wünscht er sich einen Halbstunden-Takt - auch, „um die B 96 zu entlasten, die morgens voll ist. Viele würden gerne auf die Bahn umstiegen“, so Schneck.

Nachfrage im Infrastrukturministerium

Löwenbergs Bürgermeister hält einen Stopp des RE5 in Neulöwenberg für „ohne Einschränkungen machbar“. Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Noack macht sich für den Stundentakt stark. „Es wird dafür kein neuer Bahnsteig, kein neuer Triebwagen und auch kein zusätzliches Personal benötigt“, so Noack. Er habe im Infrastrukturministerium nachgefragt, aber noch keine Antwort auf die Frage erhalten, warum der RE5 nur alle zwei Stunden in Löwenberg/Mark hält. Klar ist aber, dass sich so schnell nichts ändern wird. Im Winterfahrplan ab 13. Dezember bleibt erst einmal alles beim alten.

Bund plant mit Stundentakt

Stefan Reinsberg, Verkehrsplaner der Kreisverwaltung Oberhavel, hält einen stündlichen Halt in Löwenberg für möglich. In der übergeordneten Planung des Bundes seit der Stundentakt „bereits fest enthalten“ und zwischen Land und Bund abgesprochen. Die Sache hat allerdings einen Haken. Die Zeit. Die Planung des Bundes soll bis 2030 umgesetzt werden. Den Berufspendler von heute hilft das wenig.