Die Jasper Resources will die Suche nach Erdgas auf weniger als ein Drittel des jetzigen Erlaubnisfeldes reduzieren. Entsprechende Pläne haben sowohl das Unternehmen als auch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigt. Laut der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren Gransee, Templin, Zehdenick“ will sich die Jasper Resources auf das Gebiet der Stadt Zehdenick konzentrieren und die Suche nach Erdgas in Templin, Fürstenberg und Gransee einstellen.

Behörde bestätigt Antrag auf Teilaufhebung

Dem LBGR liege derzeit ein Antrag der Jasper Resources GmbH für eine Teilaufhebung des Erlaubnisfeldes „Zehdenick Nord“ vor. Der Antrag werde derzeit vom LBGR bearbeitet, teilte die Cottbuser Behörde mit. Auf welchen Teilbereich des jetzigen Erkundungsfeldes sich Jasper Resources bei der weiteren Suche nach Erdgas beschränken will, dazu machte das LBGR zunächst keine Angaben.

Firmenchef hält sich bedeckt

Ob die Suche nur noch in Zehdenick stattfinden wird? Firmenchef Thomas Tygesen wollte das weder bestätigen noch ausschließen. Eine entsprechende Frage dazu beantwortete er mit den Worten: „Kein Kommentar“. Gleichwohl räumte Tygesen ein, dass der Antrag auf Reduzierung des Erkundungsfeldes im Ergebnis der seismischen Suche eingereicht worden sei. Statt wie bisher auf einer Fläche von 368 Quadratkilometern will sich die Firma nur noch auf 100 Quadratkilometer konzentrieren, das wäre nicht einmal die Hälfte des gesamten Zehdnicker Stadtgebietes. Die Stadt erstreckt sich über 221,5 Quadratkilometer.

Es fehlt an ausreichend Erdgas-Reservoir

Der Dezernatsleiter beim LBGR, Jürgen Häckl, erklärte: „Die zur Aufhebung beantragten Flächen betreffen Bereiche des jetzigen Erlaubnisfeldes, in denen aufgrund der vorliegenden Erkundungsergebnisse keine für eine wirtschaftliche Gewinnung ausreichenden Reservoir-Eigenschaften mehr erwartet werden.“ Die Teilaufhebung habe zur Folge, dass in den aufgehobenen Teilgebieten die Erlaubnis erlischt. Die für eine Fortsetzung der Erkundung erforderliche bergrechtliche Aufsuchungsgenehmigung, die sogenannte Konzession, werde damit für die aufgehobenen Gebietsteile entfallen.

Erkundungsgebiet schon 2015 erheblich reduziert

Schon 2015 war das Erkundungsgebiet aufgrund massiver Kritik aus dem Raum Templin deutlich reduziert worden. Das Erlaubnisfeld wurde unter Ausklammerung unter Schutz stehender Bereiche im Norden Brandenburgs damals von einer Fläche von 908 auf 368 Quadratkilometer verkleinert.

2021 könnte zum Schicksalsjahr für Erdgasfirma werden

Erst im November vergangenen Jahres war der Jasper Resources die nach fünf Jahren auslaufende Aufsuchungserlaubnis unter Auflagen um drei Jahre verlängert worden. Bis zum 30. September dieses Jahres muss das Unternehmen jetzt die Unterlagen für einen Hauptbetriebsplan zur Durchführung einer Erkundungsbohrung dem LBGR vorlegen. Außerdem hat die Behörde festgelegt, dass die Jasper Resources GmbH spätestens bis zum 30. Juni dieses Jahres die Verfügbarkeit der erforderlichen finanziellen Mittel für die Erkundungsbohrung gegenüber dem LBGR glaubhaft darzulegen hat. Die Bürgerinitiative zweifelt die Rechtmäßigkeit der erteilten Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis an und lässt diese zurzeit durch den Petitionsausschusses des Landes Brandenburg auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüfen.