Sanfter Tourismus
: Fürstenberg wartet auf den Richterspruch

Beim Streit um die Steganlagen am Kastavensee plädiert der Fürstenberger Hauptausschuss dafür, eine baldige Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Potsdam zur Grundlage zu nehmen.
Von
Thomas Pilz
Fürstenberg
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So schön kann es am Kastavensee sein. Ein Blick vom nordöstlichen Ufer aus unweit von Retzow (Uckermark). Die Wasserfläche ist seit vergangenem Jahr Eigentum Fürstenbergs (Oberhavel).

Thomas Pilz

Danach sollte die Kommune fürs Erste kein gemeindliches Einvernehmen erteilen bei beabsichtigten Stegbauten. Außerdem solle in enger Abstimmung mit dem Landkreis Oberhavel der aktuelle Sachstand in Bezug auf die Steg–Situation an dem Gewässer erarbeitet werden, ähnlich einem Kataster.

Vor allem aber sollte das Gerichtsurteil in der Frage abgewartet werden, ob wie auch immer geartete Stege in besonders geschützten Naturräumen zulässig oder unzulässig sind. Dabei geht es um ein Verfahren des Verwaltungsgerichtes Potsdam, das sich dem Vernehmen nach auf eine Steganlage am Moderfitzsee direkt in Himmelpfort bezieht. Die aktuelle Situation der Steganlagen dort sollte außerdem recherchiert werden, befand Bürgermeister Robert Philipp (parteilos).

Die Crux bei dem Konflikt am Kastavensee: Die Wasserfläche gehört inzwischen Fürstenberg, der umstrittene östliche Uferbereich aber der Stadt Lychen, die zum Landkreis Uckermark gehört.

Wasserrechtliche Genehmigungen seien mithin erforderlich, betonte Philipp Berg (Vielfalt). Ein Runderlass des Landkreises von 1998 baue aber so hohe Hürden auf für Stegbauer, dass es ohnehin ein Wunder sei, wie viele Stege genehmigt wurden. Massive Eingriffe in die Natur dort seien nicht statthaft gewesen. Und nun habe man die Situation, dass 26 Stege allein am Kastavensee eigentlich illegal ohne Genehmigung errichtet wurden. Lediglich acht seien legal.

20 Anträge liegen dem Landkreis inzwischen zur Genehmigung vor, für zehn solle die Stadt Fürstenberg ihr Einvernehmen erteilen, merkte Robert Philipp an. Es gebe aber eine Grauzone an diesen Steganlagen: Insgesamt vermutet  die Stadtverwaltung „40 plus X“ Steganlagen am Kastavensee.

Philipp Berg erklärte nochmals die Position der Fraktion Vielfalt, die für einen Sammelsteg plädiert. „Und die nicht genehmigungsfähigen sollten dann verschwinden“, so Berg. Vor wenigen Tagen hätten überdies die Grünen im Kreislandwirtschaftsausschuss dafür geworben, bei den Stegen am Kastavensee fürs Erste ein Moratorium auszurufen, was die Genehmigung betrifft. „Alle Anträge sollen erst einmal liegen gelassen werden“, bis die Rechtslage eindeutig ist.